Kompass Nachhaltigkeit

Öffentliche Beschaffung

Feuerwehruniformen

CPV-Code
35811100-3

Leistungsbeschreibung in der Praxis

In den folgenden Angaben werden soziale und ökologische Kriterien vorgeschlagen, die Sie in Ihre Vergabeunterlagen aufnehmen können. Es wird angegeben, wie Sie diese Kriterien einsetzen können. Dabei wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen Ihres Bundeslandes berücksichtigt. Es werden nur Kriterien genannt, zu denen uns Anbieter bekannt sind, die diese erfüllen können.

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei diesen Angaben um Hinweise handelt, wie Sie einen nachhaltigen Beschaffungsprozess ausrichten können. Wir bemühen uns um möglichst große Aktualität und erstellen die Angaben nach bestem Wissen. Dennoch sind die die Angaben verwendenden kommunalen Stellen selbst verantwortlich für eine rechtssichere Vergabe.

  • Welche Kriterien kann ich in Bayern für dieses Produkt setzen?

    • Soziale Kriterien

      Soziale Kriterien im Bereich Faire Beschaffung

      Bei ober- und unterschwelligen Vergaben möglich:

      ILO-Übereinkommen 182:

      Das Land Bayern empfiehlt Kommunen in einer entsprechenden Verwaltungsvorschrift, bei öffentlichen Ausschreibungen auf die Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit im Sinne des ILO-Übereinkommens zu achten.

      In der Herstellung von Bekleidung und Textilien können Sie nicht in jedem Produktionsschritt ausbeuterische Kinderarbeit ausschließen. Möglich ist dies bei den Schritten der Gewinnung des Rohstoffes Baumwolle und im Arbeitsschritt der Konfektionierung.

      In der Beschaffung von Bekleidung und Textilien können Sie demnach in den Bedingungen zur Auftragsausführung verlangen

      Textbaustein: „(…), dass die Herstellung bzw. Bearbeitung der Bekleidung und Textilien im Herstellungsschritt der Gewinnung der Rohbaumwolle [und/oder der Konfektionierung] ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinne des ILO-Übereinkommens Nr. 182 erfolgt bzw. erfolgt ist sowie ohne Verstöße gegen Verpflichtungen, die sich aus der Umsetzung dieses Übereinkommens ergeben. Im Detail bedeutet dies, dass für Personen unter 18 Jahren Sklaverei und sklavenähnliche Praktiken, Prostitution und Pornografie, gesetzlich unerlaubte Tätigkeiten und (körperlich) schädliche Arbeiten auszuschließen sind.“

      Der Bieter ist in den Vergabeunterlagen darüber zu informieren, dass die Einhaltung dieser Regelung bei Auftragserteilung Vertragsbestandteil wird. Der Bieter muss in einer Erklärung versichern, dass er sich bei Erreichen des Angebotes an diese Vertragsbedingungen hält.

      Zu diesem Zweck gibt es in der Verwaltungsvorschrift des Landes eine Mustererklärung.

      Sie sollten zunächst prüfen, ob es Bieter gibt, die Bekleidung und Textilien nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit herstellen und gleichzeitig die Art von Bekleidung und Textilien liefern können, die Sie beschaffen möchten. Ist dies der Fall, schlagen wir vor, die Muster-Erklärung anzupassen und Punkt 2a. der Eigenerklärung folgendermaßen umzuformulieren bzw. zu ergänzen und Punkt 2 b) zu streichen (siehe auch Rahmenbedingungen).

      Textbaustein:

      „2. Falls ja, ist eine der beiden folgenden Erklärungen erforderlich. Bitte die entsprechende Erklärung ankreuzen!

      * Ich/Wir sichere/n zu, dass die Gewinnung der Rohbaumwolle des Produktes [und/oder der Produktionsschritt der Konfektionierung] ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinn des ILO-Übereinkommens Nr. 182 erfolgt bzw. erfolgt ist sowie ohne Verstöße gegen Verpflichtungen, die sich aus der Umsetzung dieses Übereinkommens ergeben. Den Nachweis über die Einhaltung dieser Produktionsbedingungen erbringen wir darüber, dass unser Produkt von folgender unabhängiger Siegelorganisation zertifiziert wurde:

      (Name des Siegels, vom Bieter auszufüllen)

      (mögliche Nachweise, die erbracht werden können: In der Gewinnung der Rohbaumwolle: z.B. Fairtrade certified cotton; in der Konfektionierung: z.B. Global Organic Textile Standard GOTS; Naturtextil IVN zertifiziert BEST - oder gleichwertig mit Bezug auf ILO-Konvention 182)“

      Können Sie keine oder nicht genügend Bieter ausmachen, die das gewünschte Produkt nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit herstellen können, können Sie als Alternative von den Unternehmen verlangen, dass sie nachweislich daran arbeiten, ausbeuterische Kinderarbeit in ihren Produktionsabläufen der Konfektionierung zu vermeiden. Zusätzlich zu der oben genannten wäre also folgende Auswahlmöglichkeit zuzulassen:

      * Ich/Wir sichere/n zu, dass unser Unternehmen – zielführende Maßnahmen eingeleitet hat im Produktionsschritt der Konfektionierung des Produktes ausbeuterische Kinderarbeit im Sinn des ILO-Übereinkommens Nr. 182 zu unterbinden. Den Nachweis über diese Bemühungen erbringen wir über die Mitgliedschaft in folgender Monitoring-Organisation oder über einen gleichwertigen Nachweis:

      (Bezeichnung des Nachweises, vom Bieter auszufüllen)

      (mögliche Nachweise, die erbracht werden können: z.B. Mitgliedschaft und Anerkennung in der Fair-Wear-Foundation oder gleichwertig mit Bezug auf ILO-Konvention 182)“

      Sie finden unten stehend ausreichend Bieter für Bekleidung und Textilien, die die oben genannten Zertifikate und Nachweise erbringen können. Erst wenn Sie erhebliche Zweifel haben, dass Sie ausreichend Bieter für Ihre Bedingungen finden, sollten Sie Punkt 2b) aus der vorgeschlagenen Eigenerklärung des Landes wieder hinzuziehen.

  • Welche Kriterien haben Kommunen in Bayern bereits verwendet?

    • Langenzenn - Arbeitskleidung für das Bauhofpersonal (2014)

      Beschaffung von FWF-zertifizierter Arbeitskleidung für das Bauhofpersonal

      Auf der Grundlage von Beschlüssen des Stadtrates zur Einführung fairer Beschaffungskriterien (2012), zur Vermeidung des Erwerbs von Produkten aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen und insbesondere Kinderarbeit (2013) und zur Anpassung der Warnschutzkleidung (2014) wurde die Beschaffung der Arbeitskleidung für das Personal des Bauhofs der Stadt Langenzenn in 2014 auf zertifizierte faire Ware umgestellt.

      Hintergrund: Die Arbeitskleidung des städtischen Bauhofs war in Bezug auf Funktion, Ausstattung
      und Optik nicht mehr zeitgemäß. Aufgrund mehrerer Anfragen bei Ausstattern (Leasing) von Berufsbekleidung wurde durch den örtlichen Bauhofleiter der vorhandene Ausstattungsvertrag überprüft und mögliche Neuausstattungen angefragt.

      Im bis dahin gültigen Leasing-Vertrag mit der Firma Alsco Berufskleidungs-Service GmbH waren folgende Leistungen enthalten: 3 Hosen und 3 Jacken pro Mitarbeiter (23 Beschäftigte), Arbeits-Schutzkleidung nach DIN EN 471 (Warnschutz, Klasse 3), Wöchentliche Reinigung, Reparatur und Austausch nach Erfordernis. Die Wochenpauschale für diese Leistungen betrug netto € 111,56.

      In die neue Ausschreibung wurden zusätzlich folgende Kriterien aufgenommen: Funktionalität, Zertifizierung durch die Fair Wear Foundation und Logo „Stadt Langenzenn“. Der bisherige Ausstatter wurde über die neuen Anforderungen und die Hintergründe (Stadtratsbeschlüsse und Vermeidung von ausbeuterischer Kinderarbeit) informiert.

      Durch den Bauhofleiter wurden 3 Angebote eingeholt. Die Angebote wurden auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und die Wochenpauschalen ausgewertet (netto):
      * Angebot A (Hersteller Mascot, keine Fair Wear-Zertifizierung) € 74,12
      * Angebot B (Hersteller BP Bierbaum-Proenen mit Fair Wear-Zertifizierung) € 89,33
      * Angebot C (Hersteller BP Bierbaum-Proenen mit Fair Wear-Zertifizierung) € 86,95

      Den Zuschlag erhielt das Angebot C. Durch den im Vergleich zum vorherigen Leasing-Vertrag günstigeren Preis ergeben sich jährliche Einsparungen von € 1.500 (brutto). Da das Angebot C vom bisherigen Ausstatter (Firma Alsco) abgegeben wurde, konnten mögliche Ablösezahlungen vermieden werden.

      Die Stadt Langenzenn erhielt für ihre Aktivitäten im Fairen Handel 2014 den Bayerischen Eine Welt  Preis. Die Steuerungsgruppe wird die Stadtverwaltung weiterhin bei der schrittweisen Einführung fairer Beschaffungsprozesse (z.B. Natursteine etc.) beraten und unterstützen.


      Einwohnerzahl Langenzenn: 10.600

      Ansprechpartner für Rückfragen zu Langenzenn:

      Dr. Bernhard Heeren (Stadtrat)
      E-Mail vogt.heeren@kabelmail.de


    • München - Feuerwehruniformen (2016)

      Die Landeshauptstadt München führte in 2016 im Vorfeld einer Ausschreibung zur Beschaffung von Brandschutzkleidung (Feuerwehruniformen) eine Befragung bei namhaften europäischen Herstellern durch.

      Hierbei erkundigte sich die Vergabestelle bei den Firmen u.a. nach der Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen entlang der Verarbeitungskette, geeigneten Nachweisen sowie der Option die Lieferkette offen zu legen, falls entsprechende Belege noch nicht vorhanden seien.

      Darüber hinaus wurden ökologische Anforderungen sowie sonstige Bestrebungen hinsichtlich einer nachhaltigen Ausrichtung des jeweiligen Unternehmens abgefragt.

      Den Fragenkatalog, den die LH München an die Hersteller bzw. Händler richtete sowie die entsprechende Auswertung der Ergebnisse stellen wir hier vor.

      Fragenkatalog Hersteller Brandschutzkleidung (2016)

      Auswertung der Befragung Hersteller Brandschutzkleidung (2016)


      Einwohnerzahl München: 1.470.000

      Ansprechpartner für Rückfragen zu München:

      Kerstin Lopes de Carvalho
      Telefon 089-233 30487
      E-Mail kerstin.lopes@muenchen.de


Wer kennt sich mit diesem Produkt besonders gut aus?

Christian WimbergerChristian Wimberger Christiliche Initiative Romero e.V.
Ansprechperson für:
Telefon 0049 251 6744 13-21
E-Mail wimberger@ci-romero.de
Johanna FinckeJohanna Fincke Christliche Initiative Romero e.V.
Ansprechperson für: Bekleidung & Textilien
Telefon 0049 251 895 03
E-Mail fincke@ci-romero.de
Rosa GrabeRosa Grabe FEMNET e.V.
Ansprechperson für: Bekleidung & Textilien
Telefon 0049 228 90 91 73 09
E-Mail Rosa.Grabe@femnet.de

Gibt es Anbieter für dieses Produkt, die Ihre Ansprüche an Nachhaltigkeitsstandards erfüllen können?

Gleichen Sie ab, welche Gütezeichen Ihre Ausschreibungskriterien nachweisen und sehen Sie nach, ob es ausreichend Anbieter gibt, die diese erfüllen. Die zugrunde liegenden Kriterien im sozialen und ökologischen Bereich können von Gütezeichen zu Gütezeichen sehr unterschiedlich sein. Nutzen Sie für den Abgleich den Gütezeichen-Finder und den Vergleich der Gütezeichen im Kompass Nachhaltigkeit – diese Angebote befinden sich jedoch aktuell noch im Aufbau und sind daher noch nicht für alle Produktgruppen verfügbar. Beachten Sie, dass Sie bezüglich Ihres spezifischen Vergabeverfahrens vor Veröffentlichung der Ausschreibung nicht mit möglichen Anbietern in Kontakt treten sollten. Dennoch sollten Sie sich allgemein informieren, ob Ihre Anforderungen erfüllt werden können.

Die untenstehende Auflistung von Firmen ist keine vollständige Übersicht, sie dient nur für einen ersten Überblick und beruht auf Angaben der Unternehmen. Bitte prüfen Sie selbst, ob das Unternehmen das von Ihnen gewünschte Produkt aktuell auch mit einem von Ihnen akzeptierten Gütezeichen anbieten kann.

Firma
Ansprechpartner
Gütezeichen für dieses Produkt
Jonas Kuschnir
Telefon: 0049 2452 9909 34, Email: jonas.kuschnir@s-gard.de
Ditha Götzl-Guthrie
Telefon: 0043 7472 647440, Email: Ditha.Goetzl-Guthrie@oetscher.com
Stefan Kraszon
Telefon: 0049 4191-8730380, Email: sk@viking-rubber.dk

Wie integriere ich Nachhaltigkeit in meinen Beschaffungsprozess?

Nachhaltige Beschaffung kann Ihnen helfen, Ihren Einkauf kostensparend, lösungsorientiert und energie- sowie ressourceneffizient zu gestalten.

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Wie funktionieren Nachhaltigkeitsstandards?

Nachhaltigkeitsstandards legen soziale und ökologische Praktiken fest, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen.

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