Kompass Nachhaltigkeit

Öffentliche Beschaffung

Computer configurations

CPV-Code
30211400-5

Dieses Produkt wird von den Gütezeichen, die für die Produktgruppe Computer analysiert wurden, nicht abgedeckt. Unsere Beispiele geben Ihnen Orientierung, welche sozialen und ökologischen Kriterien Sie in Ihrer Ausschreibung berücksichtigen können.

Was Sie bei der Beschaffung von Computern beachten müssen

Das Beschaffungsvolumen für IT-Geräte für die öffentliche Verwaltung beträgt jährlich circa 20 Milliarden Euro und ist somit ein bedeutender Marktfaktor. Die Lieferketten im IT-Sektor sind äußerst komplex und in den verschiedenen Produktionsstufen treten wiederholt Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechten sowie Umweltbelastungen auf (CIR).

Erfahren Sie mehr über die die sozialen und ökologischen Herausforderungen bei der Produktion von Computern. Sie können den Beschaffungsprozess nutzen, um die negativen Auswirkungen der Computerherstellung zu minimieren. So kann beispielsweise der gesamte Energieverbrauch durch eine höhere Nachfrage nach energieeffizienten Geräten reduziert werden.

Informationen und Beratung zur nachhaltigen Beschaffung von IT-Produkten bietet die zivilgesellschaftliche Organisation WEED an.

Allgemeine Hinweise zum Einkaufprozess finden Sie hier.

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Lieferkette im Detail

Klicken Sie auf einzelne Schritte in der Infografik links, um mehr über die ökologischen und sozialen Herausforderungen bei der Beschaffung von Computern zu erfahren.

01 Rohstoffgewinnung

Zur Produktion von Computern werden die Rohstoffe Metall und Erdöl benötigt. Die Gewinnung dieser Rohstoffe ist mit zahlreichen ökologischen und sozialen Herausforderungen verbunden. Beispiele hierfür können sein:

Ökologische Herausforderungen

  • die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser durch den Einsatz von Chemikalien beim Abbau von Mineralien, beispielsweise durch Quecksilber im handwerklichen Bergbau,

  • Anreicherung von gefährlichen Substanzen , die in die Nahrungskette gelangen können

  • Verknappung natürlicher Ressourcen wie Edelmetalle und seltene Erden 

  • Flächenverbrauch durch Abbau- und Gewinnungsstätten der Rohstoffe 

  • hoher Energieverbrauch z.B. bei der Verhüttung und Aufbereitung von Eisenerzen

Soziale Herausforderungen (in den Abbaustätten bzw. aufbereitenden Betrieben)

  • schlechte Arbeitsbedingungen (z.B. geringe Löhne, keine ausreichende Sicherheit der Arbeitenden - Unfälle im industriellen Bergbau, Kinder- und Zwangsarbeit)

  • Landkonflikte durch Flächenverbrauch

  • Menschenrechtsverletzung (z.B. durch Umsiedlungen aufgrund von Rohstoffabbau)

  • Indirekte Unterstützung von bewaffneten Konflikten finanziert durch den Verkauf wertvoller Ressourcen

  • unsicheres Arbeitsumfeld (z.B. Raub und schwere Menschrechtsverletzungen, willkürliche Verhaftungen, Folter usw.)

  • Umweltverschmutzungen (z.B. Schwermetalle in Flüssen führen zu Einschränkung oder Ende von Fischfang, Jagd und Pflanzenanbau, sowie zur Verseuchung von Trinkwasser)  

02 Verarbeitung

Die Rohstoffe Metall und Erdöl werden zur Fertigung der einzelnen Komponenten weiterverarbeitet. Während dieser Verarbeitung entstehen u.a. folgende ökologische und soziale Herausforderungen:

Ökologische Herausforderungen

  • hoher Energieverbrauch z.B. bei der Herstellung von integrierten Schaltungen
  • Einsatz von toxischen Chemikalien wie z.B. Phthalate (Weichmacher) in Plastikteilen
  • Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser durch mangelndes Umweltmanagement (z.B. fehlende Filteranlagen)
  • schlechte Arbeitsbedingungen in den Betrieben. Dazu gehören u.a.

Soziale Herausforderungen

  • geringe Löhne

  • keine ausreichende Sicherheit der Arbeitenden (u.a. durch die gesundheitliche Belastung durch Chemikalien in den Fabriken)

  • Kinder- und Zwangsarbeit

  • exzessive Überstunden

  • Arbeitsplatzunsicherheit durch Zeitverträge und Zeitarbeitsfirmen

  • Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten durch lange Arbeitszeiten und Monotonie der Tätigkeiten z.B. Haltungsschäden

 

03 Endfertigung

Während der Endfertigung von Computern werden die einzelnen Komponenten der Produktion zusammengesetzt. Dabei entstehen neben ökologischen auch vor allem soziale Herausforderungen, die u.a. auf die Schnelllebigkeit der Branche und die damit verbundenen kurzen Produktlebenszyklen und Lieferzeiten zurückzuführen sind. Beispiele können u.a. sein:

Ökologische Herausforderungen

  • hoher Energieverbrauch vor allem bei der Herstellung von Display und Hauptplatine (Motherboard)

  • Emissionen von fluorierten Treibhausgasen bei der Herstellung von Flüssigkristallanzeigen (LCD)

  • Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser durch mangelndes Umweltmanagement, wie beispielsweise fehlende Filteranlagen

Soziale Herausforderungen

  • Kurzzeitverträge

  • Hohe (oft unbezahlte) Überstunden

  • keine Urlaubsansprüche

  • geringe Löhne

  • unzureichende Sicherheitsvorkehrungen

  • exzessive (Zwangs-) Überstunden

  • Verletzung des Vereinigungsrechts

  • keine festen Beschäftigungsverhältnisse

  • Geldstrafen: Wenn Arbeitende Fehler machen, drohen erhebliche Lohnkürzungen, für erlittenes Unrecht keine Entschädigung 

 

 

 

 

04 Nutzung

Die Nutzung von Computern ist mit ökologischen Herausforderungen verbunden. Die Energie-Ineffizienz und eine zu geringe Belastung bei gleichzeitig hohem Energieverbrauch der Geräte ist ebenso problematisch wie kurze Lebenszyklen und die Inkompatibilität von neuen und alten Geräten, welche zur Entsorgung eigentlich noch funktionierender Geräte führt.

05 Entsorgung

Die Entsorgung von Computern geht sowohl mit ökologischen als auch mit sozialen Herausforderungen einher. Beispiele hierfür können u.a. folgende sein:

Ökologische Herausforderungen

  • unvorschriftsmäßige Entsorgung von Altgeräten (wertvolle Materialen werden nicht wiederverwendet und Umweltbelastung durch toxische Abfälle)

  • unsachgemäßes Recycling („Hinterhofrecycling“)wodurch gefährliche Substanzen Luft, Boden und Wasser verschmutzen

  • Emissionen und Kontaminationen bei der Müllverbrennung und Deponierung von nicht recycelbaren Teilen und Verpackungsmaterial

Soziale Herausforderungen

  • Schlechte Arbeitsbedingungen in Recycling- und Entsorgungsbetrieben, z.B. aufgrund unzureichender Sicherheitsmaßnahmen

  • Illegale Exporte von Elektroschrott in Entwicklungsländern mit negativen Folgen für Mensch und Umwelt

 

06 Transport

Abbau von Metallen in Südamerika oder Afrika, Verarbeitung und Zusammensetzung der Komponenten in Asien und Vertrieb in Nordamerika, Europa und Deutschland: So oder so ähnlich können Lieferketten in der Computerindustrie aussehen. Von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum fertigen Endprodukt werden meist lange Transportwege zurückgelegt. Treibstoffverbrauch und Abgase sorgen für Umwelt- und Klimabelastungen, die auch für die Gesundheit der Menschen schädlich sind. Für den Transport mit schweren Nutzfahrzeugen wie LKW gilt die Abgasnorm Euro VI, die von Beschaffungsverantwortlichen für den Transport verlangt werden sollte.

01.Rohstoffgewinnung

Rohstoffextraktion & Aufbereitung (Gewinnung von Reinmetallen aus Erzen, Raffination von Erdöl)

02.Verarbeitung

Herstellung von Kunststoffteilen, Kunststoffharzen (Kleber), Prozesschemikalien, Drähten, Folien, Kabeln etc.)

03. Endfertigung

Bau der großen Einzelkomponenten wie Leiterplatten und Displays sowie Endmontage und Programmierung)

Herausforderungen für die einzelnen Phasen erfahren

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