Kompass Nachhaltigkeit

Öffentliche Beschaffung

Kaffee

CPV-Code
15861000-1

Beispiele aus der Beschaffungspraxis

Hier finden Sie erfolgreiche kommunale Umsetzungsbeispiele, die danach ausgewählt wurden, unterschiedlichste Bedarfsgegenstände und Ausgangssituationen widerzuspiegeln. Nachhaltigkeitskriterien werden auf verschiedene Weise (z.B. verpflichtend / optional, Verortung in den Vergabeunterlagen) und in unterschiedlichem Umfang eingefordert. Die folgende Auswahl soll Ihnen verschiedene Umsetzungswege aufzeigen.

Nur von Kommunen freigegebene Beispiele können wir hier veröffentlichen, daher bitten wir Sie um Mithilfe bei der Erweiterung dieses Angebots, indem Sie Ihre erfolgreichen Verfahren über dieses Formular an uns einreichen. Vielen Dank dafür!

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei den folgenden Seiteninhalten um Beispiele handelt, wie unterschiedliche Kommunen erfolgreich nachhaltig beschafft haben, nicht um juristisch geprüfte Musterunterlagen. Wir bemühen uns um möglichst große Aktualität und erarbeiten die Zusammenfassungen nach bestem Wissen gemeinsam mit den Kommunen. Dennoch können wir eine rechtssichere Übertragung auf Ihre individuelle Beschaffung nicht garantieren. Jede Kommune und Vergabestelle ist selbst verantwortlich für die rechtssichere Umsetzung ihrer Vergaben.

  • Bad Bentheim - Bio-faire Getränke für den Sitzungssaal (2018)

    Seit 2018 werden für den Sitzungssaal der Stadt Bad Bentheim durch das Hauptamt öko-faire-Getränke direkt beschafft. Bezugsquellen sind Supermärkte, Bioläden, Wochenmarkt und Bäckereien.

    Für alle Ausschuss- und Ratssitzungen und andere Termine und Besprechungen, die im Saal stattfinden, sind diese Getränke frei zugänglich.

    Kaffee und Tee werden aus fairem Handel angeschafft. Bei Säften wird auf das Bio-Siegel geachtet, Orangensaft muss zusätzlich aus Fairem Handel sein. Enthalten Kekse Schokolade, muss diese aus Fairem Handel stammen. 

    Siegel und Zeichen, die beachtet werden, sind z.B. EU-bio, Fairtrade oder Mitgliedschaft in der WFTO.

    Zunächst wurde von Mineralwasser in Plastikflaschen auf Glasflaschen umgestellt. Inzwischen wird Leitungswasser verwendet mit einem zusätzlichen Wassersprudler. Hierdurch wird Müll vermieden und CO2 eingespart, weil der Transport wegfällt.

    Bei Kaltgetränken kam es durch die Umstellung zu einer Preissteigerung von ca. 5 %, bei Kaffee und Tee von ca. 40 %. Insgesamt sind die Veränderungen bei den Kosten schwer zu beziffern, da es durch die Umstellung auch zu einem veränderten Verbrauchsverhalten bekommen ist.

    Wird für Veranstaltungen zusätzlich Verpflegung bestellt (Snacks, Häppchen etc.), wird an die Lieferanten immer ein Hinweis gegeben, dass Bio-Produkte bevorzugt verwendet werden sollen. Zu Produkten, die aus Fairem Handel verfügbar sind, wird ebenfalls ein Hinweis gegeben, diese fair gehandelt zu beschaffen.  

    Bei diesem Vorgehen handelt es sich um eine mündliche Absprache unter den zuständigen Mitarbeitenden der Verwaltung. Einen offiziellen Beschluss hierzu gibt es noch nicht.

    Außerdem gibt es den Plan, darauf hinzuarbeiten, dass auch im städtischen Schwimmbad im Restaurant, neben fair gehandeltem Kaffee und Tee, weitere fair gehandelte Produkte ins Sortiment aufgenommen werden.


    Einwohnerzahl Bad Bentheim: 16.000

    Kontakt:

    Malena Hesping
    Nachhaltigkeitsmanagement
    Phone: 05922-7338
    Mail: hesping@stadt-badbentheim.de
    Website: https://www.stadt-badbentheim.de


  • Göttingen - Kaffee für die Beschäftigungsförderung (Tochterunternehmen der Stadt Göttingen) (2018)

    Anfang 2018 stellte die Beschäftigungsförderung (Tochterunternehmen der Stadt Göttingen) die Beschaffung von Kaffee in ihren Dienst- und Beratungsstellen ausschließlich auf Fairen Handel um.

    Vorstand und Abteilungsleitungen beschlossen die Umstellung, eine Dienstanweisung sowie Prozessbeschreibung traten zu Jahresbeginn 2018 in Kraft.

    Die Dienstanweisung wird in der Praxis der laufenden Beschaffungen wie folgt umgesetzt:

    1. Belieferung von Standorten mit Publikumsverkehr und höherem Kaffee-Umsatz durch den Weltladen Göttingen, CO2-frei mit Lastenrad 
    2. Abholung durch andere Standorte der Beschäftigungsförderung beim Weltladen Göttingen zu Großkunden-Konditionen oder in verschiedenen Supermarkt-Filialen.

    Kalkulatorisch wurde ein Mehrkostenfaktor von 1.5 gegenüber konventionellem Kaffee projiziert, Ausgaben für konventionellen Kaffee im Vergleichsjahr 2017 lagen bei ca. 3.500 € brutto. Welche Mehrkosten tatsächlich entstehen, wird nicht erfasst. Eine Veränderung bei den gekauften Mengen ist nicht festzustellen.

    Dienstanweisung als Dokument (siehe auch unter Rahmenbedingungen)


    Einwohnerzahl Göttingen: 117.000

    Kontakt:

    Noreen Hirschfeld
    Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik
    Phone: 0551-400 2935
    Mail: N.Hirschfeld@goettingen.de
    Website: www.fairtrade-regiongoettingen.de


  • Hannover - Soziale Kriterien bei der Lebensmittelbeschaffung (2012)

    Die Landeshauptstadt Hannover setzt bereits langjährig soziale Aspekte innerhalb der Beschaffung um. Gerade im Bereich der klassischen Fairtrade-Produkte Kaffee, Tee, Schokolade und Orangensaft besteht eine große Sensibilität. Hier hat eine 2012 von der Verwaltung durchgeführte Befragung gezeigt, dass in der überwiegenden Mehrzahl der Organisationseinheiten diese Produkte unter Berücksichtigung sozialer Kriterien beschafft werden.


    Einwohnerzahl Hannover: 536.000

    Kontakt:

    Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro Hannover
    Mail: nachhaltigkeit@hannover-stadt.de


  • Oldenburg i.O. - Dienstleistungsvertrag für die Schulverpflegung (2021)

    Auf Grundlage des im Dezember 2019 beschlossenen Rahmenkonzepts „Schulverpflegung in Oldenburg“ hat die Stadt Oldenburg bei einem offenen Vergabeverfahren für Schulmahlzeiten an Ganztagsgrundschulen im Februar 2021 einen Dienstleistungsvertrag in 5 Losen für rund 130.000 Mittagessenportionen pro Jahr abgeschlossen. Die Laufzeit des Vertrags beträgt ein Jahr mit viermaliger Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr.

    Es wurde die Einhaltung folgender nachhaltiger Beschaffungskriterien gefordert (Auszug aus der Leistungsbeschreibung):

    • Fleisch und Wurstwaren sowie Teigwaren stammen ausschließlich aus ökologischem Landbau. […] Diese werden gemäß der Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 (Öko-Verordnung) und deren Durchführungsbestimmungen gemäß Verordnung (EG) Nr. 889/2008 und (EG) Nr. 1235/2008 jeweils in aktueller Fassung erzeugt und hergestellt. Diese müssen beispielsweise mit dem EU-Bio-Logo oder einem gleichwertigen Gütezeichen gekennzeichnet sein. Andernfalls muss der Auftragnehmer einen Nachweis erbringen, dass diese Kriterien erfüllt werden.
    • Fisch und andere Meeresprodukte stammen ausschließlich aus bestandserhaltender und nachhaltiger Fischerei oder wurden mit nachhaltigen Methoden produziert. Diese müssen beispielsweise mit dem Gütezeichen für nachhaltige Fischerei (MSC) oder Aquakultur (ASC) gekennzeichnet sein, bzw. mit dem EU-Bio-Logo oder einem gleichwertigen Gütezeichen. Andernfalls muss der Auftragnehmer einen Nachweis erbringen, dass diese Kriterien erfüllt werden.
      Gleichwertig sind Gütezeichen, wenn sie belegen, dass folgende technische Anforderungen gegeben sind:
      a. Die Befischung findet so statt, dass der Fischbestand in einem guten Zustand bleibt oder nachweislich dorthin wieder anwächst. Es werden keine überfischten Bestände befischt.
      b. Die Befischung findet so statt, dass es zur Erhaltung des Ökosystems beiträgt. Der Beifang von Jungfischen und anderen Meerestieren muss gering sein. Die Auswirkung der verwendeten Fanggeräte auf den Meeresboden muss gering sein.
      c. Das Fischereimanagement muss auf eine nachhaltige Befischung der Meere ausgerichtet sein. Es müssen Gesetze und internationale Standards berücksichtigt und die Einhaltung der zuvor genannten Punkte garantiert sein.
    • Kaffee, Tee und Bananen sind ausschließlich aus fairem Handel zu beziehen. Diese müssen im Einklang mit den Kriterien der Resolution über Fairen Handel und Entwicklung des Europäischen Parlaments hergestellt werden (A6-0207/2006). Diese müssen beispielsweise mit dem Gütezeichen „Fairtrade-Produkt-Siegel“, Mitgliedschaft in der WFTO, „Hand in Hand“ oder einem gleichwertigen Gütezeichen zertifiziert sein. Andernfalls muss der Auftragnehmer einen Nachweis erbringen, dass diese Kriterien erfüllt werden.
      Gleichwertig sind die Gütezeichen, wenn sie belegen, dass folgende technische Anforderungen gegeben sind:
      a. einen fairen Preis, der einen fairen Lohn garantiert, welcher die Kosten der nachhaltigen Erzeugung und die Lebenshaltungskosten deckt, und mindestens so hoch sein muss wie der Fair-Trade-Mindestpreis plus Zuschlag, sofern ein solcher von den internationalen Fair-Trade-Vereinigungen festgelegt worden ist,
      b. Transparenz und Rückverfolgbarkeit während der gesamten Lieferkette, um eine angemessene Information der Verbraucher zu gewährleisten,
      c. Produktionsbedingungen, die den acht Kernübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entsprechen,
      d. Achtung der Umwelt, Schutz der Menschenrechte und insbesondere der Frauen- und Kinderrechte und Achtung traditioneller Produktionsmethoden, die die wirtschaftliche und soziale Entwicklung fördern
    • Grundsätzlich sollen biologische, regionale, saisonale und faire Lebensmittel bevorzugt verwendet werden. Insbesondere bei frischem Obst und Gemüse sollen biologische Lebensmittel bevorzugt eingesetzt werden.
    • Der Auftragnehmer verpflichtet sich, Abfälle durch Verzicht auf Einzel-Portionsverpackungen (zum Beispiel Salatdressing, Ketchup, Zucker, Kaffeesahne) zu vermeiden.


    Einwohnerzahl Oldenburg i.O.: 170.000

    Kontakt:

    Julia Ingensiep
    Nachhaltigkeitskoordination
    Phone: 0441-235 2872
    Mail: Julia.ingensiep@stadt-oldenburg.de

    Sarah Bruns
    Koordinatorin für Schulmensen
    Phone: 0441-235-3738
    Mail: Sarah.Bruns@stadt-oldenburg.de


  • Schneverdingen - Kaffee (2015)

    Aufgrund einer verwaltungsseitigen Entscheidung der Stadt Schneverdingen wird seit ca. 2015 ausschließlich UTZ-zertifizierter Kaffee eingekauft. Die Zertifizierung stellt erhöhte Anforderungen an die Umweltverträglichkeit.


    Einwohnerzahl Schneverdingen: 19.000

    Kontakt:

    Mark Söhnholz
    Erster Stadtrat
    Phone: 05193-93100
    Mail: mark.soehnholz@schneverdingen.de


Wer kennt sich mit diesem Produkt besonders gut aus?

Merle KamppeterMerle Kamppeter Romero Initiative
Ansprechperson für: Lebensmittel
Phone 0049 251 674413 61
Mail kamppeter@ci-romero.de

Gibt es Anbieter für dieses Produkt, die Ihre Ansprüche an Nachhaltigkeitsstandards erfüllen können?

Gleichen Sie ab, welche Gütezeichen Ihre Ausschreibungskriterien nachweisen und sehen Sie nach, ob es ausreichend Anbieter gibt, die diese erfüllen. Die zugrunde liegenden Kriterien im sozialen und ökologischen Bereich können von Gütezeichen zu Gütezeichen sehr unterschiedlich sein. Nutzen Sie für den Abgleich den Gütezeichenfinder im Kompass Nachhaltigkeit – dieses Angebot ist allerdings noch nicht für alle Produktgruppen verfügbar. Beachten Sie, dass Sie bezüglich der Details Ihres spezifischen Vergabeverfahrens vor Veröffentlichung der Ausschreibung nicht mit möglichen Anbietern in Kontakt treten sollten. Dennoch sollten Sie sich allgemein informieren, ob Ihre Anforderungen erfüllt werden können.

Die untenstehende Auflistung von Unternehmen ist keine vollständige Übersicht, sie dient nur für einen ersten Überblick und beruht auf Angaben der Unternehmen. Bitte prüfen Sie selbst, ob das Unternehmen das Produkt in der von Ihnen gewünschten Ausführung aktuell auch mit einem von Ihnen akzeptierten Gütezeichen anbieten kann.

Firma
Ansprechpartner
Gütezeichen für dieses Produkt
Laurence Beugin
Telefon: 0049 551 2092121, E-Mail: laurence.beugin@contigo.de
Nina Labode
Telefon: 0049 5069 3489 37, E-Mail: nina.labode@el-puente.de
Lisa Stemmer
Telefon: 0049 221 16918194, E-Mail: info@fairtradeoriginal.de
Andreas Weis
Telefon: 0049 202 26683 320, E-Mail: andreas.weis@gepa.de
Rudi Kurz
Telefon: +49 6221 455826, E-Mail: info@partnerschaftskaffee.de
Dirk Wolfram
Telefon: 0049 421 42789 2120, E-Mail: Ausschreibungen@JDEcoffee.com
Paula Hofmann
Telefon: 0049 9369 905-185/-188, E-Mail: info@memo.de
Lukas Nöth
Telefon: 0049 751 36155 36, E-Mail: noeth@weltpartner.de

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Wie integriere ich Nachhaltigkeit in meinen Beschaffungsprozess?

Nachhaltige Beschaffung kann Ihnen helfen, Ihren Einkauf kostensparend, lösungsorientiert und energie- sowie ressourceneffizient zu gestalten.

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Wie funktionieren Nachhaltigkeitsstandards?

Nachhaltigkeitsstandards legen soziale und ökologische Praktiken fest, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen.

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