Beispiele aus der Beschaffungspraxis: Sportbedarf
Hier finden Sie erfolgreiche kommunale Umsetzungsbeispiele, die die Vielfalt der Beschaffungsfälle, aber auch die Vielfalt erfolgreicher Lösungen zeigen. Ob optionale oder verbindliche Einhaltung, grundlegende oder weitergehende Kriterien, hier werden Sie fündig. Nur von Kommunen freigegebene Beispiele können wir hier veröffentlichen, daher bitten wir Sie, uns Ihre erfolgreichen Beispiele ebenfalls über dieses Formular einzureichen. Vielen Dank dafür!
Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei den folgenden Seiteninhalten um Beispiele handelt, wie unterschiedliche Kommunen erfolgreich nachhaltig beschafft haben, nicht um juristisch geprüfte Musterunterlagen. Wir bemühen uns um möglichst große Aktualität und erarbeiten die Zusammenfassungen nach bestem Wissen gemeinsam mit den Kommunen.
Dennoch können wir eine rechtssichere Übertragung auf Ihre individuelle Beschaffung nicht garantieren, da diese von sehr vielen Faktoren (lokaler Rechtsrahmen, Ausschreibungsgegenstand, Marktlage etc.) abhängt. Jede Kommune und Vergabestelle ist selbst verantwortlich für die rechtssichere Umsetzung ihrer Vergaben.
Was ist neu hier?
- Alle Beispiele einer Produktgruppe sind jetzt auf einer Seite
- Die die Produkte finden Sie über dem Fließtext des Beispiels aufgelistet
- Bei den Unternehmen ist in der Spalte “Produkte” angeführt, welche Produkte dieser Produktgruppe angeboten werden
Leipzig - Beschluss Verwendung von fairen Sportbällen im Schulsport (2016)
Beschreibung des Praxisbeispiels
Beschluss: Fair produzierte und gehandelte Sportbälle im Schulsport verwenden
In der Ratsversammlung der Stadt Leipzig am 14.12.2016 wurde unter TOP 13.3 folgender Beschluss gefasst:
„1. Die Verwaltung wird im Rahmen des kommenden Vergabeverfahren mit Leistungszeitraum nach dem 31.10.2018 den Einkauf von Sportbällen mit Gütezeichen des Fairen Handels für den Sportunterricht an Schulen ausschreiben. Die Stadtverwaltung achtet dabei außerdem darauf, dass die eingekauften Bälle nicht unter Verwendung von Tierleder produziert wurden.
2. Die Verwaltung wird weiter in geeigneter Weise auch bei Sportvereinen, für die die städtischen Beschaffungsregeln nicht gelten, für den ausschließlichen Einsatz fair gehandelter Bälle werben.“
Weiter heißt es:
„Sachverhalt:
Die Stadt Leipzig verfügt über einen Stadtratsbeschluss zur Vermeidung von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit. Über eine praktische Auswirkung gibt es jedoch keine Informationen. Der Vergabebericht trifft zum Thema handgenähter Bälle keine Auskunft. Gleichzeitig ist klar, dass zumindest im Schulunterricht Bälle regelmäßig zum Einsatz kommen und somit auch laufend neu beschafft werden müssen.
Faire Beschaffung muss im konkreten Einzelfall beginnen. Das geht nicht mit jedem Produkt, aber bei Bällen ausgesprochen gut. Mit den zur Verfügung stehenden Siegeln ist sowohl anforderungs- als auch nachweisseitig die Qualifizierung des Produktes gesichert.
Die Stadt München hat die Schulen fair gehandelte Bälle testen lassen. Die Bälle wurden für gut befunden. Es werden dort nur noch Fairtradebälle aus dem Rahmenvertrag gekauft und die Kosten evaluiert - es entstanden keine Mehrkosten.“
Einwohnerzahl Leipzig:
620.000
Kontakt:
Rudolf Pohl
Telefon:
0341-1233 516
E-Mail:
rudolf.pohl@leipzig.de
Sophie Kratzer
Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik
Telefon:
0341-123 3504
E-Mail:
sophie.kratzer2@leipzig.de
Leipzig - Bälle aus Fairem Handel für Leipziger Schulen (2021)
Beschaffte Produkte
Beschreibung des Praxisbeispiels
In der Stadt Leipzig läuft seit September 2021 ein Rahmenvertrag über die Lieferung von Sportbällen aus Fairem Handel für Leipziger Schulen – Ergebnis einer Öffentlichen Ausschreibung. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren (ohne Verlängerungsoption).
Grundlage hierfür ist der Ratsbeschluss von 2016, der die Verwendung fair produzierte und gehandelte Sportbälle im Schulsport vorschreibt.
Der Bedarf für die rund 150 Schulen in städtischer Trägerschaft wurde geschätzt auf 1.400 Handbälle, 860 Volleybälle, 1.050 Fußbälle, 770 Futsal-Bälle und 160 Basketbälle (für beide Lieferjahre, je in verschiedenen Größen). Vergeben wurden Aufträge in Höhe von rd. 62.000 Euro (brutto).
Das Leistungsverzeichnis beinhaltet ausschließlich Sportbälle aus sozial-verantwortlichem Bezug.
Dazu wird gesetzt:
„Die ausgeschriebenen Bälle müssen unter Bedingungen produziert worden sein, bei deren Produktion folgende Arbeits- und Sozialstandards nachweislich eingehalten sind:
- [Ilo Kernarbeitsnormen 29, 105, 87, 98, 138, 182, 100 und 111]
Der Nachweis zur Erfüllung der oben genannten Merkmale muss, sofern die Sportbälle in einem auf der DAC-Länderliste der Entwicklungsländer und -gebiete aufgeführten Land produziert werden, entweder
- durch das Fairtrade-Siegel/die Zertifizierung des Vereins Transfair e. V.,
- durch eine Mitgliedschaft in der World Fair Trade Organization oder
- durch einen anderen Beleg, welcher die Gleichwertigkeit der oben genannten Anforderungen erfüllt
erfolgen. Die Gleichwertigkeit muss die inhaltlich detaillierte und produktgenaue Auseinandersetzung mit den Herstellungsbedingungen anhand der geforderten Arbeits- und Sozialstandards garantieren. Sie ist durch den Bieter in deutscher Sprache durch ein unabhängiges Institut nachzuweisen. Eine Eigenerklärung des Bieters oder des Herstellers reicht nicht aus.“ [Herv.d.Red.]
Da die Einhaltung der sozialen Kriterien Mindestkriterium war, galt für den Zuschlag einzig der Preis.
8 Angebote gingen ein, 5 davon wurden zugelassen. Die Zuschläge gingen an 2 Bieter (Lose 1, 2 und 4 bzw. 3 und 5).
Im Vergleich zur vorherigen Ausschreibung sind die Preise pro Ball um bis zu 10 % gefallen. Allerdings sind auch die Abnahmemengen beim jetzigen Verfahren deutlich höher.
Mit dem Verlauf des Vergabeverfahrens ins das zuständige Fachamt zufrieden. Es ist geplant, sobald die Schulen alle Bälle erhalten haben eine Umfrage mit den beteiligten Schulen durchzuführen, um die Qualität der gelieferten Bälle einschätzen zu können.
Zum Download
[Leistungsbeschreibung]
[Leistungsverzeichnis]
Einwohnerzahl Leipzig:
620.000
Kontakt:
Alexandra Siegner
Amt für Schule
Telefon:
0341-1231303
E-Mail:
alexandra.siegner@leipzig.de
Sachsen - Leitfaden zur Ausschreibung von sozial verantwortlichen Sportartikeln (2021)
Beschreibung des Praxisbeispiels
Im Dezember 2021 hat der Eine Welt e.V. Leipzig zusammen mit dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen e. V. (ENS) in Kooperation mit der Stadt Leipzig sowie der Kampagne „Sport handelt Fair“ einen juristisch geprüften Leitfaden zur Ausschreibung von sozial verantwortlichen Sportartikeln herausgebracht. Dieser soll Kommunen bei der Beschaffung von Sportartikeln praxisnah unterstützen, um soziale Kriterien in der Ausschreibung zu berücksichtigen.
Einleitend wird dargelegt, warum die Beachtung sozialer Kriterien bei Sportartikeln notwendig ist. Es wird empfohlen, Nachweise über Eigenerklärungen hinaus zu fordern: „Das Ziel dabei ist die Einhaltung der ILO Kernarbeitsnormen und zusätzlich auch der Bedingungen des Fairen Handels.“ Die Definition des Fairen Handels knüpft dabei an die Bestimmungen der EU-Kommission an, unter Rückgriff auf die Charta der Grundsätze des Fairen Handels der World Fair Trade Organization (WFTO) und der Fairtrade Labelling Organization International (FLO).
Der Leitfaden konzentriert sich auf die Anforderung des Fairen Handels, einen fairen Preis für das Produkt zu fordern, wie er von anerkannten internationalen Fair-Trade-Organisationen (z. B. WFTO oder Fair Trade International) festgelegt wurde.
Der Leitfaden legt die rechtlichen Grundlagen von Ausschreibungen dar und verweist dazu u.a. auf die bundesland-spezifischen Informationen, die der Kompass Nachhaltigkeit vorhält (s. unter „Rahmenbedingungen“). Weiterhin gibt der Leitfaden Hinweise und Empfehlungen, wie die Einbindung sozialer Kriterien in der Leistungsbeschreibung, den Eignungskriterien oder den Zuschlagskriterien, als Muss- oder Kann-Kriterien, erfolgen kann. Dafür werden Textbausteine und konkrete Formulierungen vorgeschlagen, die von Kommunen auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können.
Zur Unterstützung verweist der Leitfaden auf die Kampagne „Sport handelt Fair“, die Musterausschreibung für Bälle von WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V. und auf die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt – SKEW.
[Leitfaden zum Download]
Einwohnerzahl Sachsen:
4.100.000
Kontakt:
Lisa Marquardt
Eine Welt e.V. Leipzig
Telefon:
0341 - 39294312
E-Mail:
lisa.marquardt@leipzig-handelt-fair.de
Url:
https://www.leipzig-handelt-fair.de/
Wer kennt sich mit diesem Produkt besonders gut aus?


Ansprechperson für: Sportbedarf
0049 30 - 275 96644
leonie.broecheler@weed-online.org

Ansprechperson für: Sportbedarf
0049 341 3010143
martin@einewelt-leipzig.de

Ansprechperson für: Sportbedarf
030-61 20 91 65
michael.jopp@staepa-berlin.de
Gibt es Anbieter für dieses Produkt, die Ihre Ansprüche an Nachhaltigkeitsstandards erfüllen können?
Gleichen Sie ab, welche Gütezeichen Ihre Ausschreibungskriterien nachweisen und sehen Sie nach, ob es ausreichend Anbieter gibt, die diese erfüllen. Die zugrunde liegenden Kriterien im sozialen und ökologischen Bereich können von Gütezeichen zu Gütezeichen sehr unterschiedlich sein. Nutzen Sie für den Abgleich den Gütezeichenfinder im Kompass Nachhaltigkeit – dieses Angebot ist allerdings noch nicht für alle Produktgruppen verfügbar.
Sie können im Vorfeld einer Ausschreibung mit möglichen bietenden Unternehmen in definierten Grenzen Kontakt aufnehmen, solange dies wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist. Es bieten sich je nach Fall auch Markt- oder Bieterdialoge an, um in die Kommunikation mit dem Markt zu gehen. Dazu empfehlen wir u.a. unsere Hinweise zur Marktanalyse und die SKEW-Publikation „Kommunikation mit dem Markt“.
Die untenstehende Auflistung von Unternehmen ist keine vollständige Übersicht, sie dient nur für einen ersten Überblick und beruht auf Angaben der Unternehmen. Bitte prüfen Sie selbst, ob das Unternehmen das Produkt in der von Ihnen gewünschten Ausführung aktuell auch mit einem von Ihnen akzeptierten Gütezeichen anbieten kann.
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