Baden-Württemberg

Beispiele aus der Beschaffungspraxis: Softball-Bälle

Hier finden Sie erfolgreiche kommunale Umsetzungsbeispiele, die danach ausgewählt wurden, unterschiedlichste Bedarfsgegenstände und Ausgangssituationen widerzuspiegeln. Nachhaltigkeitskriterien werden auf verschiedene Weise (z.B. verpflichtend / optional, Verortung in den Vergabeunterlagen) und in unterschiedlichem Umfang eingefordert. Die folgende Auswahl soll Ihnen verschiedene Umsetzungswege aufzeigen.

Nur von Kommunen freigegebene Beispiele können wir hier veröffentlichen, daher bitten wir Sie um Mithilfe bei der Erweiterung dieses Angebots, indem Sie Ihre erfolgreichen Verfahren über dieses Formular an uns einreichen. Vielen Dank dafür!

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei den folgenden Seiteninhalten um Beispiele handelt, wie unterschiedliche Kommunen erfolgreich nachhaltig beschafft haben, nicht um juristisch geprüfte Musterunterlagen. Wir bemühen uns um möglichst große Aktualität und erarbeiten die Zusammenfassungen nach bestem Wissen gemeinsam mit den Kommunen. Dennoch können wir eine rechtssichere Übertragung auf Ihre individuelle Beschaffung nicht garantieren. Jede Kommune und Vergabestelle ist selbst verantwortlich für die rechtssichere Umsetzung ihrer Vergaben.

Stuttgart - Rahmenvertrag für Sportkleingeräte inkl. Bällen (2021)

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat 2021 in einem offenen EU-Verfahren Sportkleingeräte inkl. Bällen ausgeschrieben.

Die Ausschreibung erfolgt i.d.R. im Abstand von 4 Jahren. Mit der Ausschreibung wird der Bedarf an Sportkleingeräten für ca. 160 Schulen gedeckt.

Die fachliche und inhaltliche Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen liegt beim Amt für Sport und Bewegung. Die Ausschreibungsverfahren werden anschließend über eine zentrale Vergabestelle abgewickelt.

Bei der Beschaffung von Sportkleingeräten inkl. Bällen verlangt die Landeshauptstadt Stuttgart von den Bietern, dass die Herstellung der angebotenen Produkte unter Einhaltung der Kernarbeitsnormen der ILO (Übereinkommen Nr. 29, Nr. 87, Nr. 98, Nr. 100, Nr. 105, Nr. 111, Nr. 138 und Nr. 182) erfolgt. Die Anbieter müssen dies wie folgt nachweisen:

  • Vorlage einer Zertifizierung der Produkte mit dem Gütezeichen Fairtrade, WFTO-Mitgliedschaft oder einem gleichwertigen Gütezeichen oder
  • Vorlage von geeigneten Nachweisen, aus denen hervorgeht, dass die in der Klausel für die Auftragsdurchführung genannten Bedingungen bei der Herstellung eingehalten werden (z. B. Auditierung des Herstellungsbetriebs nach dem internationalen Sozialstandards S8000) oder
  • Abgabe einer Eigenerklärung (soweit kein Zertifikat oder keine Bescheinigung vorliegt) zur Beachtung der Grundprinzipien und Kernarbeitsnormen der ILO, die bei Vertragsausführung Bestandteil des Liefervertrages wird.

Bietererklärung Beachtung der ILO Kernarbeitsnormen

Darüber hinaus dürfen beschaffte Sportbälle keine Chrom-VI-Verbindungen enthalten. Die Blasen der Sportbälle müssen PVC-frei sein.

Darüber hinaus werden, am Beispiel für das Los der Fußbälle, verschiedene Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmerkmal positiv bewertet:

Sportfunktionalitätmax. 50 Punkte
z.B. Spiel-/Flugeigenschaft, Rollverhalten etc. 
Qualitätmax. 25 Punkte
z.B. Verarbeitung, Ausgasung, Druckverlust etc. 
Öko-soziale Kriterienmax. 15 Punkte
Material der Blasehalogenfreier Kunststoff (0 Punkte)
 konventioneller Naturkautschuk (4 Punkte)
 Naturkautschuk aus nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC oder gleichwertig) (7,5 Punkte)
Zertifizierung mit Fairtrade, WFTO-Mitgliedschaft oder gleichwertignein (0 Punkte)
 ja (0,75 Punkte)
Designmax. 10 Punkte

Maximal konnten 100 Punkte erreicht werden.

Im Los der Softbälle wurde eine STANDARD 100 by OEKO-TEX-Zertifizierung analog zum oben dargestellten Beispiel gefordert.

Bei allen Fußbällen, Volleybällen und Softbällen konnten Produkte bezuschlagt werden, die den ökofair und sozialen Kriterien entsprechen. Der Nachweis wurde im Rahmen einer Bemusterung verifiziert.

Bei den Handbällen erhielt ein Produkt den Zuschlag, das nicht Fairtrade-zertifiziert war, sich allerdings aufgrund von anderen Qualitäts- und Preismerkmalen durchsetzte.


Einwohnerzahl Stuttgart: 633.000

Kontakt:

Lea Todtenhaupt
Ökofair soziale Beschaffung
Telefon: 0711-216-89069
E-Mail: poststelle.nachhaltige-Beschaffung@stuttgart.de


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