Beispiele aus der Beschaffungspraxis: Lebensmittel
Hier finden Sie erfolgreiche kommunale Umsetzungsbeispiele, die die Vielfalt der Beschaffungsfälle, aber auch die Vielfalt erfolgreicher Lösungen zeigen. Ob optionale oder verbindliche Einhaltung, grundlegende oder weitergehende Kriterien, hier werden Sie fündig. Nur von Kommunen freigegebene Beispiele können wir hier veröffentlichen, daher bitten wir Sie, uns Ihre erfolgreichen Beispiele ebenfalls über dieses Formular einzureichen. Vielen Dank dafür!
Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei den folgenden Seiteninhalten um Beispiele handelt, wie unterschiedliche Kommunen erfolgreich nachhaltig beschafft haben, nicht um juristisch geprüfte Musterunterlagen. Wir bemühen uns um möglichst große Aktualität und erarbeiten die Zusammenfassungen nach bestem Wissen gemeinsam mit den Kommunen.
Dennoch können wir eine rechtssichere Übertragung auf Ihre individuelle Beschaffung nicht garantieren, da diese von sehr vielen Faktoren (lokaler Rechtsrahmen, Ausschreibungsgegenstand, Marktlage etc.) abhängt. Jede Kommune und Vergabestelle ist selbst verantwortlich für die rechtssichere Umsetzung ihrer Vergaben.
Was ist neu hier?
- Alle Beispiele einer Produktgruppe sind jetzt auf einer Seite
- Die die Produkte finden Sie über dem Fließtext des Beispiels aufgelistet
- Bei den Unternehmen ist in der Spalte “Produkte” angeführt, welche Produkte dieser Produktgruppe angeboten werden
Beschaffte Produkte
Beschreibung des Praxisbeispiels
Seit dem Frühjahr 2018 kauft die Abteilung Beschaffungen und zentrale Dienste des Haupt- und Personalamtes der Universitätsstadt Gießen zentral fair gehandelten Kaffee, Tee, Gebäck und Zucker (bio- und fair-zertifiziert) direkt beim Weltladen, einer ortsansässigen Rösterei und einer Handelskette ein.
Beschaffung und Ausgabe erfolgen 14-tägig nach Bedarf. Einheiten der Verwaltung bestellen über einen einfachen Bestellschein.
Zur Einholung von Angeboten und zur Erstellung der Produktliste orientierte sich das Haupt- und Personalamt an den gängigen Gütesiegeln Bio und Fairtrade. Auch die Qualität der Produkte spielt eine wichtige Rolle für die Akzeptanz.
Ein besonderer Fokus liegt beim starken Anreiz für alle Ämter und Organisationseinheiten durch die „kostenlose Serviceleistung“. Denn die Beschaffung wird zentral vorgenommen und durch interne Leistungsverrechnung werden die Budgets der Einheiten nicht belastet – auch wenn der Produktpreis über dem konventioneller Alternativen liegt.
Da die rund 1.350 Beschäftigten der Stadt auch privat – sei es am Arbeitsplatz oder zu Hause – Kaffee konsumieren, wurde im Rundschreiben zur Einführung der Bestellmöglichkeit fairer Produkte außerdem aufgerufen:
„An die Beschäftigten der Stadt, die ihren Kaffee für private Nutzung besorgen, appelliert Frau Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, ebenfalls fairen Kaffee zu kaufen. Er ist mittlerweile selbst bei Supermärkten und Discountern ohne größere Mehrkosten erhältlich. Eine Liste aller Verkaufsstellen fairer Produkte in Gießen findet sich auf der städtischen Homepage …“
Einwohnerzahl Gießen:
95.000
Kontakt:
Janina Brendel
Stabstelle Internationales, Europa, Städtepartnerschaften und Fairtrade
Telefon:
0641 306-1380
E-Mail:
fairtrade@giessen.de
Beschaffte Produkte
Beschreibung des Praxisbeispiels
Mittels einer Dienstanweisung der Verwaltungsleitung der Stadt Gudensberg wurde 2020 die Beschaffung von Getränken in der Stadtverwaltung für Sitzungen, Arbeitsgespräche und Empfänge des Bürgermeisters geregelt.
Demnach wird nur noch Fair-Trade-Kaffee ausgeschenkt. Wasser aus dem Gudensberger Tiefbrunnen wird in Karaffen mit Deckel bereitgestellt. Kohlensäurehaltiges Wasser und andere Erfrischungsgetränke werden in Mehrweg-Pfandflaschen in großen Gebinden (0,5 und 0,75 l) gekauft. Kaffeesahne wird in zwei Varianten angeboten: Milch in Sahnekännchen und Kaffeesahne in Glasflaschen, statt in Portions-Wegwerfverpackungen. Zum Teil werden auch Bio-Standards beachtet.
Eine Ausnahme bildet die Stadtverordnetenversammlung. Für die Stadtverordneten steht Mineralwasser in gläsernen 0,2 l-Pfandflaschen auf ihrem Tisch zur Verfügung. Größere Gebinde sind hier unpraktikabel.
Es handelt sich um Direktkäufe mit schwankendem Volumen.
Einwohnerzahl Gudensberg:
10.000
Kontakt:
Dr. Eberhardt Kettlitz
Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik
Telefon:
05603-933 114
E-Mail:
e.kettlitz@stadt-gudensberg.de
Beschaffte Produkte
Beschreibung des Praxisbeispiels
Seit Jahren werden in der Universitätsstadt Marburg regelmäßig zu verschiedenen Anlässen fair gehandelte Schoko-Nikoläuse verschenkt, z.B. an die Mitglieder der Beiratssitzungen oder des Kinder- und Jugendparlaments. Dabei werden je nach Anlass zwischen 50 und 150 Nikoläuse direkt beim örtlichen Weltladen beschafft.
Die Lieferanten der Weltläden garantieren die Einhaltung der Kriterien des Fairen Handels. Viele davon sind Mitglied in der WFTO – Word Fair Trade Organisation. Somit wird die Einhaltung der Kriteriensets des Fairen Handels durch Dritte überprüft.
Im Rahmen der Verteilung der Nikoläuse etwa im Kinder- und Jugendparlament wird auch allgemein zur Problematik des konventionellen Kakaoanbaus informiert und der Faire Handel erklärt. Außerdem stellt sich die Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe mit ihren Aktivitäten vor. Damit wird das Geschenk auch für eine Sensibilisierung zum Fairen Handel genutzt.
Einwohnerzahl Marburg:
78.000
Kontakt:
Andrea Heinz
Fachdienst Umwelt, Klima- und Naturschutz, Fairer Handel
Telefon:
06421 2011403
E-Mail:
umwelt@marburg-stadt.de
Wer kennt sich mit diesem Produkt besonders gut aus?

Ansprechperson für: Lebensmittel
0049 251 674413 61
kamppeter@ci-romero.de
Gibt es Anbieter für dieses Produkt, die Ihre Ansprüche an Nachhaltigkeitsstandards erfüllen können?
Gleichen Sie ab, welche Gütezeichen Ihre Ausschreibungskriterien nachweisen und sehen Sie nach, ob es ausreichend Anbieter gibt, die diese erfüllen. Die zugrunde liegenden Kriterien im sozialen und ökologischen Bereich können von Gütezeichen zu Gütezeichen sehr unterschiedlich sein. Nutzen Sie für den Abgleich den Gütezeichenfinder im Kompass Nachhaltigkeit – dieses Angebot ist allerdings noch nicht für alle Produktgruppen verfügbar.
Sie können im Vorfeld einer Ausschreibung mit möglichen bietenden Unternehmen in definierten Grenzen Kontakt aufnehmen, solange dies wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist. Es bieten sich je nach Fall auch Markt- oder Bieterdialoge an, um in die Kommunikation mit dem Markt zu gehen. Dazu empfehlen wir u.a. unsere Hinweise zur Marktanalyse und die SKEW-Publikation „Kommunikation mit dem Markt“.
Die untenstehende Auflistung von Unternehmen ist keine vollständige Übersicht, sie dient nur für einen ersten Überblick und beruht auf Angaben der Unternehmen. Bitte prüfen Sie selbst, ob das Unternehmen das Produkt in der von Ihnen gewünschten Ausführung aktuell auch mit einem von Ihnen akzeptierten Gütezeichen anbieten kann.
Vertriebsleiterin Außer-Haus-Service
Telefon: 0049 171 959 88 89
E-Mail: leitung.ahs@gepa.de
Deutschland
Telefon: 0049 6611 041 49
E-Mail: christine.kappenberger@herzberger.com
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