Kompass Nachhaltigkeit

Öffentliche Beschaffung

Rahmenbedingungen nutzen

Rahmenbedingungen, wie Gesetze, Beschlüsse und Dienstanweisungen können die praktische Umsetzung nachhaltiger Beschaffung erleichtern.

  • Landesvergabegesetze und Verordnungen

    Was bedeuten die Landesgesetze in Hessen für Ihren nachhaltigen Beschaffungsprozess?

     

    Soziale Kriterien

    Landesvergabegesetz: Das Hessische Vergabe- und Tariftreuegesetz (HVTG) vom 19. Dezember 2014 zuletzt geändert durch Gesetz vom 05.10.2017 ist zum 01. März 2015 in Kraft getreten und gilt unter anderem auch für Gemeinden und Gemeindeverbände und ihre Eigenbetriebe sowie für kommunale Arbeitsgemeinschaften und Zweckverbände (vgl. §1 Abs.1). Es gilt ab einem Auftragswert von € 10.000 ohne Umsatzsteuer (vgl. §1 Abs. 5).

    Das Gesetz ermöglicht Gemeinden und Gemeindeverbänden ausdrücklich die Aufnahme von sozialen Anforderungen in Beschaffungsvorgänge (vgl. auch §2 Abs. 2) und konkretisiert die Vorgehensweise:

    ...§ 3 Soziale, ökologische und innovative Anforderungen, Nachhaltigkeit
    (1) Den öffentlichen Auftraggebern steht es bei der Auftragsvergabe frei, soziale, ökologische, umweltbezogene und innovative Anforderungen zu berücksichtigen, wenn diese mit dem Auftragsgegenstand in Verbindung stehen oder Aspekte des Produktionsprozesses betreffen und sich aus der Leistungsbeschreibung ergeben. Diese Anforderungen sowie alle anderen Zuschlagskriterien und deren Gewichtung müssen in der Bekanntmachung und in den Vergabeunterlagen genannt werden."

    Neben anderen Aspekten wird die Möglichkeit der Berücksichtigung fair gehandelter Produkte ausdrücklich genannt. Es wird festgelegt, wie im Vergabeverfahren mit Nachweisen und Gütezeichen umzugehen ist. Es werden Nachweise als gültig erachtet, die den Anforderungen von Art. 43 der EU-Vergaberichtlinie entsprechen. Gleichwertige Nachweise oder gleichwertige Prüfberichte müssen ebenfalls akzeptiert werden (vgl. §3, Abs. 3-6).

    Gesetz als Dokument

    Aufgrund des am 18. April 2016 in Kraft getretenen Vergaberechtsmodernisierungsgesetzes des Bundes und der Neufassung der VOB/A wurde der Gemeinsame Runderlass zum öffentlichen Auftragswesen (Vergabeerlass) überarbeitet. Der dritte Teil des Erlasses mit Stand vom 26.03.2019 gilt unabhängig vom Auftragswert und ist immer zu beachten.

    " (...) 3.4 Nachhaltige und innovative Beschaffung

    a) Nachhaltige Beschaffung

    Beschaffungen des Landes sind grundsätzliche nachhaltig auszurichten. Die §§ 67 und 68 der VgV, Beschaffungen energieverbrauchsrelevanter Liefer- und Dienstleistungen, sind unabhängig vom Auftragswert immer anzuwenden. In allen anderen Fällen entscheiden die Bedarfsstellen eigenverantwortlich, welche konkreten Anforderungen an die Nachhaltigkeit in einem Beschaffungsverfahren gestellt werden. In der Umsetzung werden sie von den zentralen Beschaffungsstellen unterstützt.

    b) Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung

    Die "Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung" beim Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern (KNB) kann von allen öffentlichen Auftraggebern bei der Berücksichtigung von Kriterien der Nachhaltigkeit bei Beschaffungsvorhaben kontaktiert werden. Sie unterstützt Vergabestellen bei Bund, Ländern und Kommunen beim Informationsaustausch und stellt Informationen und konkrete Handlungshilfen in Form von Checklisten, Formulierungsvorschlägen und Leitfäden etc. zur Verfügung: http://www.nachhaltige-beschaffung.info.de. Informationen zu nachhaltigen Beschaffungen können auch unter http://oeffentlichebeschaffung.kompass-nachhaltigkeit.de abgerufen werden. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) [und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global ] im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). "

    Eine Verpflichtung zur Anwendung der UVgO ist beabsichtigt.

    Vergabeerlass als Dokument

    Leitfäden des Landes Hessens zur nachhaltigen Beschaffung, beispielsweise zu Textilien oder Computern sollen es ermöglichen nachhaltige Anforderungen rechtssicher umzusetzen. Der Schwerpunkt der Leitfäden liegt in der Erstellung der Vergabeunterlagen. Die Leitfäden weisen zwar auf die Anwendung der ILO-Kernarbeitsnormen hin und empfehlen für Textilien eine Auswahl von umweltbezogenen Gütezeichen, sie bleiben allerdings hinter den Möglichkeiten, die Ihnen das Hessische Vergabe- und Tariftreuegesetz (HVTG) bietet, zurück.

    Das hessische Friedhofs- und Bestattungsgesetz wurde im August 2018 angepasst. Hessische Kommunen können gem. § 6a nun in ihren Friedhofssatzungen das Verbot von Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit aufnehmen (ILO-Kernarbeitsnorm Nr. 182).

    Hessisches Friedhofs- und Bestattungsgesetz (Anpassung 23. August 2018)

    Wir empfehlen, sich im einzelnen Ausschreibungsfall über den Kompass zu informieren, wie Sie die Einhaltung von ILO Kernarbeitsnormen und/oder die Einhaltung der Kriterien des Fairen Handels garantieren können. Bei Beratungswünschen und Rückfragen wenden Sie sich gerne an uns.

    Stand dieser Informationen: 02.07.2019

     

    Arbeitshilfen zur sozialverantwortlichen Beschaffung

    Christliche Initiative Romero (CIR) e.V.

    * Sozialverantwortliche Beschaffung nach dem neuen Vergaberecht 2016 (November 2016)

    Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)

    * Faires Beschaffungswesen in Kommunen und die Kernarbeitsnormen (Oktober 2016)

    WEED e.V.

    * Argumentationshilfe "Gute Gründe für nachhaltige Beschaffung" (2015)

    Femnet e.V.

    * Fair einkaufen in Fairtrade Towns – Praxistipps für die faire Beschaffung von Berufskleidung und Textilien (Dezember 2018)

    * Möglichkeiten einer ökologisch und sozial nachhaltigen öffentlichen Beschaffung (Februar 2019)

     

    Ökologische Kriterien

    Landesvergabegesetz: Das Hessische Vergabe- und Tariftreuegesetz (HVTG) vom 19. Dezember 2014 ist zum 01.März 2015 in Kraft getreten und gilt unter anderem auch für Gemeinden und Gemeindeverbände und ihre Eigenbetriebe sowie für kommunale Arbeitsgemeinschaften und Zweckverbände (vgl. §1 Abs.1). Es gilt ab einem Auftragswert von 10.000 € ohne Umsatzsteuer (vgl. §1 Abs. 5).

    Das Gesetz ermöglicht Gemeinden und Gemeindeverbänden ausdrücklich die Aufnahme von ökologischen Anforderungen für eine nachhaltige Entwicklung in Beschaffungsvorgänge (vgl. auch §2 Abs. 2) und konkretisiert die Vorgehensweise:

    § 3 Soziale, ökologische und innovative Anforderungen, Nachhaltigkeit

    Den öffentlichen Auftraggebern steht es bei der Auftragsvergabe frei, soziale, ökologische, umweltbezogene und innovative Anforderungen zu berücksichtigen, wenn diese mit dem Auftragsgegenstand in Verbindung stehen oder Aspekte des Produktionsprozesses betreffen und sich aus der Leistungsbeschreibung ergeben. Diese Anforderungen sowie alle anderen Zuschlagskriterien und deren Gewichtung müssen in der Bekanntmachung und in den Vergabeunterlagen genannt werden"

    Es wird festgelegt, wie im Vergabeverfahren mit Nachweisen und Gütezeichen umzugehen ist. Es werden neben einer EMAS-Zertifizierung Nachweise als gültig erachtet, die den Anforderungen von Art. 43 der EU-Vergaberichtlinien entsprechen. Gleichwertige Nachweise oder gleichwertige Prüfberichte müssen ebenfalls akzeptiert werden (vgl. §3, Abs. 3-6)

    Gesetz als Dokument

    Aufgrund des am 18. April 2016 in Kraft getretenen Vergaberechtsmodernisierungsgesetzes des Bundes wurde der Gemeinsame Runderlass zum öffentlichen Auftragswesen (Vergabeerlass) überarbeitet. Der dritte Teil des Erlasses mit Stand vom 28.08.2017 gilt unabhängig vom Auftragswert und ist immer zu beachten.

    " (...) 3.4 Nachhaltige und innovative Beschaffung

    a) Nachhaltige Beschaffung

    Beschaffungen des Landes sind grundsätzlich nachhaltig auszurichten. Die §§ 67 und 68 der VgV, Beschaffungen energieverbrauchsrelevanter Liefer- und Dienstleistungen, sind unabhängig vom Auftragswert immer anzuwenden. In allen anderen Fällen entscheiden die Bedarfsstellen eigenverantwortlich, welche konkreten Anforderungen an die Nachhaltigkeit in einem Beschaffungsverfahren gestellt werden. In der Umsetzung werden sie von den zentralen Beschaffungsstellen unterstützt.

    b) Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung

    Die "Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung" beim Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern (KNB) kann von allen öffentlichen Auftraggebern bei der Berücksichtigung von Kriterien der Nachhaltigkeit bei Beschaffungsvorhaben kontaktiert werden. Sie unterstützt Vergabestellen bei Bund, Ländern und Kommunen beim Informationsaustausch und stellt Informationen und konkrete Handlungshilfen in Form von Checklisten, Formulierungsvorschlägen und Leitfäden etc. zur Verfügung: http://www.nachhaltige-beschaffung.info.de. Informationen zu nachhaltigen Beschaffungen können auch unter http://kmu.kompass-nachhaltigkeit.de abgerufen werden. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (...)"

    Vergabeerlass als Dokument

    Das Land Hessen stellt ausführliche Leitfäden für die Einhaltung von ökologischen Kriterien in der Beschaffung von Bürobedarf, Textilprodukten, Büromöbeln, Kraftfahrzeugen, Computern, Reinigungsdienstleistungen und Bürogeräten zur Verfügung. Sie finden die Leitfäden hier

    Stand dieser Informationen: 02.07.2019

     

    Arbeitshilfen zur umweltfreundlichen Beschaffung

    Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

    * Nachwachsende Rohstoffe im Einkauf - Themenheft III: Büro - Einrichtung, Material, Gestaltung (2017)

    * Nachwachsende Rohstoffe in Kommunen - Themenheft I: Entscheidungsträger (2013)

     Arbeitshilfen des Umweltbundesamtes zur umweltfreundlichen Beschaffung

    * Rechtsgutachten umweltfreundliche öffentliche Beschaffung (Februar 2019)

    Broschüre: Umweltfreundliche Beschaffung in der Praxis (Juni 2016)

    Hintergrundpapier: Umweltfreundliche öffentliche Beschaffung (September 2015)

    Empfehlungen für Ihre Ausschreibung

    Berechnung der Lebenszykluskosten

    Umweltaspekte in Vergabeverfahren

    Einführung von Bio-Lebensmitteln im Verpflegungsbereich von Kommunen

    * Mehr Bio in Kommunen – Ein Praxisleitfaden des Netzwerks deutscher Biostädte (Februar 2017)

  • Ratsbeschlüsse in Kommunen

    • Dieburg - Beschluss Kommunale Beschaffung 2016

      Im Nachgang eines Netzwerktreffens zur fairen kommunalen Beschaffung, das in Speyer, stattfand wurden vom Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Dieburg am 13.10.2016 folgende Beschlüsse gefasst:

      "1. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt die Verwaltung, künftig die Kriterien der Nachhaltigkeit und des fairen Handels im Beschaffungswesen zu berücksichtigen.

      2. Die Stadtverordnetenversammlung, empfiehlt dem Magistrat die Unterzeichnung der Resolution „2030 - Agenda für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ zu beschließen und so dem Netzwerk der bisher 23 Kommunen in der Bundesrepublik Deutschland beizutreten."

      Beschluss als Dokument

      Einwohnerzahl Dieburg gerundet: 16.100
      Ansprechpartner für Rückfragen:
      Andreas Achilles
      Telefon: 06071-2002 220

    • Frankfurt am Main - Ökologisches und faires Beschaffungswesen | Beschlüsse 1989-2015

      Folgende Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main sind für die Ämter bei der Beschaffung und der Vergabe von Aufträgen bindend:

      •  1989: Verzicht auf Bauteile aus Tropenholz, sofern nicht FSC-zertifiziert
      •  1990: Verzicht auf Baustoffe aus PVC
      •  1990: Einsatz von Recyclingpapier in der Stadtverwaltung
      •  2005: Beschaffung von Erdgasfahrzeugen
      •  2005: Verzicht auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit
      •  2005: Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen
      •  2007: Passivhaus-Standard für stadteigene und städtisch genutzte Gebäude; Klimaschutzmaßnahmen bei zukünftigen Bauvorhaben

      Beschlüsse im Detail

      •  2015: Fairtrade in Frankfurt voranbringen

      Beschluss im Detail

      Einwohnerzahl Frankfurt am Main gerundet: 716.000
      Ansprechpartner für Rückfragen:
      Bitte sehen Sie von Rückfragen an die Stadt Frankfurt am Main ab und wenden Sie sich bei Fragen an uns.

    • Groß-Gerau (Landkreis) - Beschluss Nachhaltige Beschaffung 2018

      Beschluss Nachhaltige Entwicklung/Beschaffung (2018)

      "Beschluss:
      1. Der Kreistag des Kreises Groß-Gerau unterstützt die Agenda 2030 und die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals/SDGs) der Vereinten Nationen.
      2. Der Kreistag schließt sich der Resolution „2030 - Agenda für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ des Deutschen Städtetags an.
      3. Der Kreistag beauftragt den Kreisausschuss, als ersten Schritt ein Konzept zur nachhaltigen Beschaffung zu erarbeiten und dem Kreistag zur Beschlussfassung vorzulegen."

      Beschluss als Dokument

      Einwohnerzahl Kreis Groß-Gerau gerundet:
      Ansprechpartnerin für Rückfragen:
      Martha Wachowiak
      E-Mail: m.wachowiak(at)kreisgg.de
      Telefon: 06152-99859

    • Marburg - Beschluss zur Kampagne zur Ächtung ausbeuterischer Kinderarbeit (2006)

      Beschluss zur Kampagne zur Ächtung ausbeuterischer Kinderarbeit (2006)

      „Die Stadtverordnetenversammlung fasst einstimmig folgenden Beschluss:
      Im Beschaffungswesen und bei Ausschreibungen der Stadt Marburg und ihrer Tochtergesellschaften finden künftig nur noch Produkte Berücksichtigung,
      a) die ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinne der ILO-Konvention 182 hergestellt wurden
      oder
      b) deren Hersteller oder Verkäufer nachweislich aktive und zielführende Maßnahmen zum Ausstieg aus der ausbeuterischen Kinderarbeit eingeleitet haben.“

      Beschluss als Dokument

      Einwohnerzahl Marburg gerundet: 76.000
      Ansprechpartner für Rückfragen zu Marburg:
      Bitte sehen Sie von Rückfragen an die Stadt Marburg ab und wenden Sie sich bei Fragen an uns.

    • Marburg - Beschluss zur Nutzung von Recyclingpapier (2002)

      Beschluss zur Nutzung von Recyclingpapier (2002)

      Die Stadtverordnetenversammlung fasst einstimmig folgenden Beschluss:

      Der Magistrat wird aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass in der Verwaltung und den stadteigenen Betrieben ausschließlich Umweltpapier zum Einsatz kommt. Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen zulässig.“

      Beschluss als Dokument

      Einwohnerzahl Marburg gerundet: 76.000
      Ansprechpartner für Rückfragen zu Marburg:
      Bitte sehen Sie von Rückfragen an die Stadt Marburg ab und wenden Sie sich bei Fragen an uns.

    • Oberursel - Beschluss Ausschluss von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit (2017)

      Von der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Oberursel (Taunus) wurde am 28. September 2017 beschlossen, dass bei künftigen Beschaffungen im Wege von nationalen und europaweiten Ausschreibungen sowie freihändigen Vergaben der Stadt Oberursel und ihrer Eigenbetriebe nur Produkte Berücksichtigung finden, die unter Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnomren hergestellt wurden.

      Weiterhin wird die Verwaltung beauftragt eine Handreichung für die Umsetzung des gefassten Beschlusses zu erarbeiten.

      Gütezeichen werden als Voraussetzung bei der Beschaffung von "sensiblen Produkten" festgesetzt.

      "Existieren bezüglich der zu beschaffenden „sensiblen Produkte“ anerkannte Zertifizierungen (Gütezeichen) in Bezug auf Garantien, dass die in den Kernarbeitsnormen festgelegten Mindeststandards eingehalten wurden, so werden diese als Voraussetzung für die Beschaffung festgesetzt. Auf Grundlage des Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes (HVTG) sollen soziale, ökologische, umweltbezogene und innovative Anforderungen Berücksichtigung finden."

      Beschluss als Dokument

      Beschlussvorlage als Dokument

      Einwohnerzahl Oberursel (Taunus) gerundet: 46.000
      Ansprechpartner für Rückfragen:
      Jens Gessner
      E-Mail: jens.gessner@oberursel.de
      Telefon: 06171-502306

  • Kommunale Richtlinien, Dienstanweisungen und weitere Dokumente

    • Hofheim am Taunus - Auszug Geschäftsordnung zur Vergabe von Bau- und Dienstleistungen (2017)

      Die Magistrate der drei Städte im Main-Taunus-Kreis Hofheim am Taunus, Kelkheim (Taunus) und Eppstein haben im Frühjahr 2017 eine aktuelle „Gemeinsame Geschäftsordnung für das Verfahren zur Vergabe von Bau- und Dienstleistungen (GO-Vergabe)“ verabschiedet und auf den Weg gebracht. Miteinbezogen sind auch die Eigenbetriebe, für die Städte Hofheim und Eppstein die Stadtwerke.

      Bereits seit 2009 hat sich die Stadt Hofheim im Vergabewesen mit der Stadt Kelkheim zusammengeschlossen und betreibt eine gemeinsame Submissionsstelle, Kelkheim und Eppstein arbeiten ebenso bei Submissionen zusammen. Mit der neuen gemeinsamen Geschäftsordnung wurde die Kooperation auch auf Grundsatzfragen des Vergaberechts ausgedehnt.

      Die interkommunale Zusammenarbeit stellt eine besondere Chance für ein erweitertes Wissensmanagement in einem komplexen Rechtsbereich wie dem Vergaberecht dar. Die Bündelung von Kompetenzen in diesem Bereich verstärkt die Rechtssicherheit und Beratungskosten für Fachanwälte können umgelegt werden.

      In der "Gemeinsamen Geschäftsordnung" wird als Grundsatz der Vergabe unter Punkt 4.1 vermerkt:

      "In allen Vergabeverfahren können soziale und umweltbezogene Aspekte sowie Aspekte der Qualität und der Innovation berücksichtigt werden."

      Ausbeuterische Kinderarbeit wird in Absatz 5. der "Gemeinsamen Geschäftsordnung" behandelt:

      "5. Bekämpfung illegaler Beschäftigung und Kinderarbeit

      Für die Städte Hofheim, Kelkheim und Eppstein gilt:

      5.1 Für eine nachhaltige Entwicklung fördern die Städte bei Ausschreibungen die Berücksichtigung von Produkten und Dienstleistungen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind oder deren Produzenten und Händler sich aktiv für einen Ausstieg aus der Kinderarbeit einsetzen.

      Die Dienststellen der Städte können in geeigneten Fällen die Zusicherung von Bietern über die Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit bei der Festlegung der Zuschlagskriterien berücksichtigen."

      Weiterhin wird dargelegt, dass die Stadt Hofheim anstrebt den Einkauf von PC's und Zubehör nach den Grundsätzen des Leitfadens "BUY IT fair" zu organisieren und auszuschreiben.

      Auszug Gemeinsame Geschäftsordnung als Dokument

      Einwohnerzahl gerundet: 40.000
      Ansprechpartnerin für Rückfragen zu Hofheim: Ilona Hakert
      E-Mail: ihakert(at)hofheim.de
      Telefon: 06192-202214

    • Oberursel - Handreichung Nachhaltige Beschaffung (2018)

      Die Stadt Oberursel wurde 2012 als „Fairtrade-Stadt“ ausgezeichnet. Darauf Bezug nehmend wurde von der Stadtverordnetenversammlung am 28.09.2017 ein Beschluss zur „Fairen Beschaffung“ gefasst. Er besagt, dass nur Produkte, die unter Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen - insbesondere ohne ausbeuterische Kinderarbeit - im Sinne der Konvention Nr. 182 der ILO (Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen) - hergestellt wurden, beschafft werden.  Auf Grundlage des Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes (HVTG) sollen zudem „soziale, ökologische, umweltbezogene und innovative Anforderungen“ berücksichtigt werden.

      In der "Handreichung zur Nachhaltigen Beschaffung" werden die Produktbereiche bzw. Produkte, in denen eine Prüfung vor der Vergabe stattfinden muss, aufgeführt und es wird erläutert, an welchen Stellen im Beschaffungsprozess nachhaltige Gütezeichen bzw. Zertifizierungen verankert werden können (z.B. in der Bedarfskonzeption, bei der Auswahl von Unternehmen, über die Leistungsbeschreibung und die Zuschlagskriterien).

      Weitere Regelungen zur Beschaffung finden sich im „Energiekonzept der Stadt Oberursel“ aus dem Jahr 2010. Hier ist u.a. festgelegt, dass keine Produkte aus nicht-nachhaltiger Forstwirtschaft beschafft werden und dass bei der Beschaffung elektronischer Geräte Mindeststandards für den Energieverbrauch Bestandteil der Ausschreibung/Vergabe sind.

      Die Handreichung soll anhand der Erfahrungen, die im Zuge der "Fairen Beschaffung" gewonnen werden, regelmäßig überarbeitet werden

      Für Rückfragen zur nachhaltigen Beschaffung steht den MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung eine neu eingerichtete "Zentrale Vergabestelle" zur Verfügung.

      Handreichung Nachhaltige Beschaffung (2018) als Dokument

      Einwohnerzahl Oberursel (Taunus) gerundet: 46.000
      Ansprechpartner für Rückfragen:
      Jens Gessner
      E-Mail: jens.gessner@oberursel.de
      Telefon: 06171-502306

Die Inhalte dieser Seite wurden erstellt mit freundlicher Unterstützung von:

Kompetenzstelle für Nachhaltige Beschaffung, Christliche Initiative Romero e.V.