Kompass Nachhaltigkeit

Öffentliche Beschaffung

Orangensaft

CPV-Code
15321100-5

Leistungsbeschreibung in der Praxis

In den folgenden Angaben werden soziale und ökologische Kriterien vorgeschlagen, die Sie in Ihre Vergabeunterlagen aufnehmen können. Es wird angegeben, wie Sie diese Kriterien einsetzen können. Dabei wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen Ihres Bundeslandes berücksichtigt. Es werden nur Kriterien genannt, zu denen uns Anbieter bekannt sind, die diese erfüllen können.

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei diesen Angaben um Hinweise handelt, wie Sie einen nachhaltigen Beschaffungsprozess ausrichten können. Wir bemühen uns um möglichst große Aktualität und erstellen die Angaben nach bestem Wissen. Dennoch sind die die Angaben verwendenden kommunalen Stellen selbst verantwortlich für eine rechtssichere Vergabe.

  • Welche Kriterien kann ich in Bayern für dieses Produkt setzen?

    • Soziale Kriterien

      Soziale Kriterien im Bereich Faire Beschaffung

      Bei ober- und unterschwelligen Vergaben möglich:

      ILO-Übereinkommen 182:

      Das Land Bayern empfiehlt Kommunen in einer entsprechenden Verwaltungsvorschrift, bei öffentlichen Ausschreibungen auf die Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit im Sinne des ILO-Übereinkommens zu achten.

      In der Beschaffung von Orangensaft können Sie demnach in den Bedingungen zur Auftragsausführung verlangen

       Textbaustein: „(…), dass die Herstellung bzw. Bearbeitung des Produktes ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinne des ILO-Übereinkommens Nr. 182 erfolgt bzw. erfolgt ist sowie ohne Verstöße gegen Verpflichtungen, die sich aus der Umsetzung dieses Übereinkommens ergeben. Im Detail bedeutet dies, dass für Personen unter 18 Jahren Sklaverei und sklavenähnliche Praktiken, Prostitution und Pornografie, gesetzlich unerlaubte Tätigkeiten und (körperlich) schädliche Arbeiten auszuschließen sind.“

      Der Bieter ist in den Vergabeunterlagen darüber zu informieren, dass die Einhaltung dieser Regelung bei Auftragserteilung Vertragsbestandteil wird. Der Bieter muss in einer Erklärung versichern, dass er sich bei Erreichen des Angebotes an diese Vertragsbedingungen hält.

      Zu diesem Zweck gibt in der Verwaltungsvorschrift des Landes eine Mustererklärung.

      Es ist möglich, Ornagensaft nachweislich aus Produktion zu beziehen, bei der die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen unabhängig kontrolliert wird. Aus diesem Grund schlagen wir vor, die Muster-Erklärung anzupassen und Punkt 2a. der Eigenerklärung folgendermaßen umzuformulieren bzw. zu ergänzen und Punkt 2 b) zu streichen (siehe auch Rahmenbedingungen).

      Textbaustein:

      „2. Falls ja, ist eine der beiden folgenden Erklärungen erforderlich. Bitte die entsprechende Erklärung ankreuzen!

       Ich/Wir sichere/n zu, dass die Herstellung bzw. Bearbeitung der zu liefernden Produkte ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinn des ILO-Übereinkommens Nr. 182 erfolgt bzw. erfolgt ist sowie ohne Verstöße gegen Verpflichtungen, die sich aus der Umsetzung dieses Übereinkommens ergeben. Den Nachweis über die Einhaltung dieser Produktionsbedingungen erbringen wir darüber, dass unser Produkt von folgender unabhängiger Siegelorganisation zertifiziert wurde:

      (Name des Siegels, vom Bieter auszufüllen)

      [mögliche Nachweise, die erbracht werden können: Fairtrade-Siegel, Naturland, Naturland Fair oder gleichwertig mit Bezug auf ILO-Konvention 182]“

       

      Hintergrundmaterial

      Studie "Blick über den Tellerrand - Sozial verantwortliche Beschaffung von Lebensmitteln", Christliche Initiative Romero e.V. (CIR), Münster, 2018

      Die Studie verbindet informative Hintergrundrecherchen zu den ausbeuterischen Produktionsbedingungen von Orangensaft, Kaffee und Schokolade mit praxisorientierten Hilfestellungen zur Einbindung von Sozialstandards bei der Beschaffung von Lebensmitteln. Es werden Handlungsideen für den fairen öffentlichen Lebensmitteleinkauf und eine Musterausschreibung "Faires Catering" vorgestellt.

      Die Studie kann im CIR-Webshop kostenfrei herunter geladen werden.

  • Welche Kriterien haben Kommunen in Bayern bereits verwendet?

    • Erlangen

      Erlangen

      Auf Grundlage der Zertifizierung zur Fairtrade Town werden von der Stadtverwaltung Erlangen bei Konferenzen, Besprechungen, Sitzungen und Veranstaltungen ausschließlich Kaffee, Tee und Orangensaft aus Fairem Handel ausgeschenkt. Dies gilt ebenso für die Angebote in der Cafeteria.

      siehe auch Rahmenbedingungen

      Einwohnerzahl Erlangen gerundet: 110.000
      Ansprechpartnerin für Rückfragen zu Erlangen:
      Verena Fiedler
      E-Mail: verena.fiedler@stadt.erlangen.de
      Telefon: 09131-86-2873

    • Anonymisierte Kommune

      Anonymisierte Kommune

      In einer bayrischen Kommune wurde ein Pachtvertrag zum Betrieb der stadteigenen Kantine sowie Catering-Leistungen abgeschlossen. Der Vertrag enthält Passagen, die sich auf die Einhaltung von ökologischen und soziale Kriterien beim Betrieb und dem Angebot der Kantine sowie bei Lieferungen für Konferenzen und Veranstaltungen beziehen.

      Absätze des Pachtvertrags zu ökologischen und sozialen (fairen) Kriterien:

      Der Pächter ist zu sparsamen Energie- und Wasserver­brauch verpflichtet und hat insgesamt nach umweltfreundlichen Gesichtspunkten zu wirtschaften.

      Die Stadt XY setzt sich für eine ökologische Handlungsweise und Rohstoffbehandlung ein. Im Rahmen dieses Pachtvertrages verpflichtet sich der Pächter,

      • Abfälle soweit möglich zu vermeiden,
      • Schadstoffe in Abfällen weitestgehend zu vermeiden,
      • verwertbare Abfälle (Glas, Papier, Metall, etc.) der Wiederverwertung bzw. der Kompostierung zuzuführen,
      • nicht verwertbare Abfälle umweltverträglich abzulagern,
      • Getränke aufgrund der besonderen Verpflichtung der öffentlichen Hand zur Müllvermeidung gemäß Art. 2 Abs. 2 des Bayerischen Abfallwirtschaftsgesetzes soweit möglich in Mehrwegbehältnissen anzubieten.

      Bei der Bewirtschaftung der Kantine soll der Leitgedanke einer gesunden vollwertigen Ernährung im Blickpunkt stehen. Das Angebot ermöglicht neben der Mittagsverpflegung auch eine Zwischenverpflegung und die Getränkeversorgung. Das gesamte Speise- und Getränkeangebot soll dem DGE-Qualitätsstandard für Betriebsverpflegung entsprechen.

      Zudem sollen folgende ökologische Vorgaben im Sinne der Nachhaltigkeit eingehalten werden:

      • Auswahl von Lebensmitteln mit möglichst kurzen Transportwegen (je nach saisonalem und regionalem Angebot, z. B. Backwaren vom Bäcker aus der Region)
      • Einsatz von Fair-Trade-Produkten
      • bei allen eingeführten Produkten sind fair gehandelte Produkte zu bevorzugen
      • Säfte aus Süd-Früchten (z. B. Orangensaft) sollen ausschließlich aus fairem Handel bezogen werden
      • Einsatz von zertifiziertem Fisch (z. B. MSC Siegel oder Naturland-Siegel)
      • Verwendung von Fleischprodukten aus ökologischer Produktion bzw. mit entsprechendem Bioanteil sowie aus artgerechter Viehhaltung
      • Einsatz von Bio-Eiern aus (regionaler) Freilandhaltung
      • Einsatz von Milchprodukten in Bio-Qualität
      • Vermeidung von Einzelverpackungen (Milch in Kännchen, Zucker in Schüsseln/Dosen)
      • Verwendung von Servietten und Hygienepapier aus Recyclingpapier“

      Ansprechpartner für Rückfragen:
      Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an uns.

Wer kennt sich mit diesem Produkt besonders gut aus?

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Gibt es Anbieter für dieses Produkt, die Ihre Ansprüche an Nachhaltigkeitsstandards erfüllen können?

Gleichen Sie ab, welche Gütezeichen Ihre Ausschreibungskriterien nachweisen und sehen Sie nach, ob es ausreichend Anbieter gibt, die diese erfüllen. Die zugrundeliegenden Kriterien im sozialen und ökologischen Bereich können von Gütezeichen zu Gütezeichen sehr unterschiedlich sein. Nutzen Sie für den Abgleich den Gütezeichen-Finder und den Vergleich der Gütezeichen im Kompass Nachhaltigkeit – diese Angebote befinden sich jedoch aktuell noch im Aufbau und sind daher noch nicht für alle Produktgruppen verfügbar. Beachten Sie, dass Sie bezüglich Ihres spezifischen Vergabeverfahrens vor Veröffentlichung der Ausschreibung nicht mit möglichen Anbietern in Kontakt treten sollten. Dennoch sollten Sie sich allgemein informieren, ob Ihre Anforderungen erfüllt werden können.

Die untenstehende Auflistung von Firmen ist keine vollständige Übersicht, sie dient nur für einen ersten Überblick und beruht auf Angaben der Unternehmen. Bitte prüfen Sie selbst, ob das Unternehmen das von Ihnen gewünschte Produkt aktuell auch mit einem von Ihnen akzeptierten Gütezeichen anbieten kann.

Firma
Ansprechpartner
Gütezeichen für dieses Produkt
Fabian Bonig
Telefon: 0049 5069 3489 23, Email: vertrieb@el-puente.de
Andreas Weis
Telefon: 0049 202 26683 320, Email: andreas.weis@gepa.de
Jonas Schmidle
Telefon: 0049 176 80401496, Email: info@bananeira.de