Kompass Nachhaltigkeit

Öffentliche Beschaffung

Blocksteine

CPV-Code
44111600-7

Leistungsbeschreibung in der Praxis

In den folgenden Angaben werden soziale und ökologische Kriterien vorgeschlagen, die Sie in Ihre Vergabeunterlagen aufnehmen können. Es wird angegeben, wie Sie diese Kriterien einsetzen können. Dabei wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen Ihres Bundeslandes berücksichtigt. Es werden nur Kriterien genannt, zu denen uns Anbieter bekannt sind, die diese erfüllen können.

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei diesen Angaben um Hinweise handelt, wie Sie einen nachhaltigen Beschaffungsprozess ausrichten können. Wir bemühen uns um möglichst große Aktualität und erstellen die Angaben nach bestem Wissen. Dennoch sind die die Angaben verwendenden kommunalen Stellen selbst verantwortlich für eine rechtssichere Vergabe.

  • Welche Kriterien kann ich in Baden-Württemberg für dieses Produkt setzen?

    • Soziale Kriterien

      Soziale Kriterien im Bereich Faire Beschaffung  

      Einbindung der ILO-Kernarbeitsnormen

      Sie können sich bei der Einbindung der ILO-Kernarbeitsnormen an der VwV Beschaffung des Landes Baden-Württemberg aus dem Jahr 2015 orientieren.

      In der Beschaffung von Blocksteinen können Sie demnach in den Bedingungen zur Auftragsausführung verlangen

      Textbaustein:„(…), dass die Herstellung bzw. Bearbeitung der zu liefernden Blocksteine imSteinbruch und in der Bearbeitung der Steine unter Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen erfolgt. Dies bedeutet, dass im Steinbruch und in der Bearbeitung der Steine

      a)   keine Zwangsarbeit einschließlich Sklaven- und (unfreiwilliger) Gefängnisarbeit entgegen dem Übereinkommen Nummer 29 über Zwangs- oder Pflichtarbeit und dem Übereinkommen Nummer 105 über die Abschaffung der Zwangsarbeit geleistet wird;

      b)   allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Recht, Gewerkschaften zu gründen und ihnen beizutreten sowie das Recht auf Tarifverhandlungen entsprechend dem Übereinkommen Nummer 87 über die Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Vereinigungsrechtes und dem Übereinkommen Nummer 98 über die Anwendung der Grundsätze des Vereinigungsrechtes und des Rechtes zu Kollektivverhandlungen gewährt wird;

      c)   keine Unterscheidung, Ausschließung oder Bevorzugung, die auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, des Glaubensbekenntnisses, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft entgegen dem Übereinkommen Nummer 111 über die Diskriminierung in Beschäftigung oder Beruf aufgehoben oder beeinträchtigt wird;

      d)   männlichen und weiblichen Arbeitskräften entsprechend dem Übereinkommen Nummer 100 über die Gleichheit des Entgeltes männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit das gleiche Entgelt gezahlt wird;

      e)   keine Kinderarbeit in ihren schlimmsten Formen entgegen dem Übereinkommen Nummer 182 über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit und dem Übereinkommen Nummer 138 über das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung geleistet wird.

      Nachzuweisen ist die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen über das Zertifikat Win=Win Fairstone, das Zertifikat XertifiX, das Zertifikat XertifiX plus oder ein gleichwertiger Nachweis über die Berücksichtigung der ILO-Kernarbeitsnormen“

      Sie müssen die Anbieter in den Vergabeunterlagen darüber informieren, dass die Einhaltung dieser Regelung bei Auftragserteilung Vertragsbestandteil wird. Der Anbieter muss in einer Erklärung versichern, dass er sich bei Erreichen des Angebotes an diese Vertragsbedingungen hält.

      Zu diesem Zweck gibt es in der Verwaltungsvorschrift des Landes eine Mustererklärung (S.46 ff.).

      Sie sollten zunächst prüfen, ob die Anbieter, die Blocksteine nachweislich nach ILO-Kernarbeitsnormen abbauen und bearbeiten, die Art von Blocksteinen liefern können, die Sie beschaffen möchten. Ist dies der Fall, schlagen wir vor, die Muster-Erklärung anzupassen und „Nachweis 3“ nicht mit in die Erklärung aufzunehmen, da Sie hinreichend Nachweise über die tatsächliche Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen über „Nachweis 1“ oder „Nachweis 2“ erhalten sollten und nur so garantieren können, dass die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen tatsächlich gewährleistet ist.

      Sie finden untenstehend Anbieter für Blocksteine, die die oben genannten Zertifikate und Nachweise erbringen können. Können Sie keine oder nicht genügend Anbieter ausmachen, die Blocksteine nach Ihrer Leistungsbeschreibung nachweislich unter Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen herstellen können, verwenden Sie zusätzlich Nachweis 3.

      Der "Produktwegweiser für eine nachhaltige Beschaffung von Steinen" behandelt die kommunale Beschaffung von Steinen (Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, 2014).

      Zu ökologischen und sozialen Aspekten bei der Verarbeitung und Beschaffung von Naturwerkstein wurden vom Deutschen Naturwerkstein-Verband e.V. zwei kurze Handreichungen verfasst.

      Nachhaltigkeitsaspekte bei Naturwerkstein

      Nachhaltige Beschaffung von Naturstein

       

      Stand dieser Informationen: 29.06.2017

  • Welche Kriterien haben Kommunen in Baden-Württemberg bereits verwendet?

    • Bad Boll

      Bad Boll verlangt in den Bedingungen zur Auftragsausführung bei Natursteinen, die durch die Vergabeverordnung des Landes Baden-Württemberg vorgeschlagene Einhaltung der ILO-Konvention 182. Dazu wird die durch die Verwaltungsvorschrift vorgeschlagene Eigenerklärung verwendet. Details siehe Rahmenbedingungen.

      Dem Kompass Nachhaltigkeit liegen keine Informationen vor, welche Produkte in welchem Volumen bereits nach diesen Bedingungen beschafft und ob unabhängig geprüfte Zertifikate vorgelegt wurden.

      Einwohnerzahl Bad Boll gerundet: 5.200
      Ansprechpartner für Rückfragen:
      Rathaus Bad Boll
      E-Mail: rathaus(at)bad-boll.de
      Telefon: 07164-8080

    • Heidelberg

      Auf Grundlage des 2010 gefassten Beschlusses zur Beschaffung von zertifizierten Natursteinen wird von der Stadt Heidelberg in entsprechenden Ausschreibungen der folgende Text verwendet:

      "Die Herstellung bzw. Bearbeitung des angelieferten bzw. verwendeten Natursteins muss unter Einhaltung der folgenden ILO-Konventionen erfolgt sein (www.ilo.org):

      • Nr. 182, 138 (keine Beschäftigung von Kindern)
      • Nr. 29, 105 (keine Zwangsarbeit)
      • Nr. 87, 98 (Freies Zugangsrecht zu Gewerkschaften und zu Kollektivverhandlungen)
      • Nr. 100, 111 (Verbot von Diskriminierung)

      Die Vorgabe ist eine Bedingung an die Auftragsausführung und wird Vertragsbestandteil.

      Der Verstoß stellt eine Vertragsverletzung dar, die zum Rücktritt vom bzw. zur Kündigung des Vertrages berechtigt, sofern der Verstoß nicht nur einen unerheblichen Teil der angelieferten Steine betrifft. Weitere Rechte des Auftraggebers aufgrund der Vertragsverletzung bleiben unberührt.

      Im Vergabeverfahren ist ein Nachweis über die Einhaltung der vorstehenden Vorgabe zu erbringen. Dieser kann durch produktbezogenes Xertifix oder Win=Win Fair Stone Zertifikat oder ein gleichwertiges Zertifikat einer unabhängigen Organisation erbracht werden. Das Zertifikat ist möglichst mit dem Angebot, spätestens jedoch auf Anforderung vor Beauftragung vorzulegen.

      Soweit die Steine die genannten Zertifikate nicht aufweisen, ist eine Selbstverpflichtung mit folgendem Wortlaut abzugeben:

      „Wir erklären, dass die Herstellung bzw. Bearbeitung der angelieferten bzw. verwendeten Natursteine unter Beachtung der Vorgaben der ILO-Kernarbeitsnormen Nr. 182, 138, 29, 105, 87, 98, 100, 111 erfolgt bzw. erfolgt ist. Wir verpflichten uns ausdrücklich, nur solche Steine anzuliefern bzw. zu verwenden, die unter Beachtung der genannten Normen hergestellt bzw. bearbeitet wurden.

      Wir sind uns bewusst, dass eine falsche Eigenerklärung zum Ausschluss von diesem und weiteren Vergabeverfahren führen kann und dass die Anlieferung bzw. Verwendung von Steinen, die den Vorgaben nicht entsprechen, eine Vertragsverletzung darstellt."

      Einwohnerzahl Heidelberg gerundet: 155.000
      Ansprechpartner für Rückfragen:
      Sebastian Stoll
      Email: sebastian.stoll@heidelberg.de
      Telefon: 06221-5823324

    • Köngen

      Die Gemeinde Köngen achtet bei der Beschaffung von Naturstein auf grundlegende Arbeits- und Menschenrechte, wie das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit im Sinne der Konvention Nr. 182 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO.

      Bei der Ausschreibung von Steinen wird dies dadurch erreicht, dass mit der Bemusterung der für die Auftragsdurchführung vorgesehenen Steine „Prüfzeugnisse und Nachweis der Herstellung ohne Kinderarbeit“ vorgelegt werden müssen. Anbieter, die die geforderten Kriterien nicht über entsprechende Siegel oder eine Eigenerklärung nachweisen können, werden vom Vergabeverfahren ausgeschlossen.

      Einwohnerzahl Köngen gerundet: 9.700
      Ansprechpartnerin für Rückfragen:
      Ursula Koch
      E-Mail: umwelt@koengen.de
      Telefon: 07024-8007 62

    • Ludwigsburg

      Am 01.04.2018 trat die Dienstanweisung der Stadt Ludwigsburg zur Nachhaltigen Beschaffung in Kraft. Stufenweise soll bis zum 01.01.2019 innerhalb der Stadtverwaltung die nachhaltige Beschaffung auf Basis des Cradle-to-Cradle® (C2C) Ansatzes eingeführt werden.

      Details dazu finden Sie unter Rahmenbedingungen.

      Bei Vergabeverfahren muss in der Eignungserklärung unter bestimmten Umständen die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen nachgewiesen werden.

      (...) "Falls das zu beschaffende Produkt in der Produktliste der Anlage 1 aufgeführt ist, dann ist zusätzlich die Einhaltung der Mindeststandards zur Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen mittels Verpflichtungserklärung (Anlage 1) vom Bieter zu bestätigen und/oder aussagekräftig nachzuweisen (z.B. ein Fair-Handels-Siegel oder Umweltsiegel)." (...)

      Auszug Anlage 1:

      (...) "Die Einhaltung der o.g. Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation ist für folgende Produkte bindend:

      • Landwirtschaftliche Produkte (z.B. Kaffee, Tee, Kakao, Reis, Zucker, Orangensaft, Pflanzen),
      • Spielwaren,
      • Teppiche, Leder, Textilien (z.B. Arbeitskleidung, Uniformen),
      • Produkte aus Naturkautschuk (z.B. Arbeitshandschuhe),
      • Sportartikel, insbesondere Sportbälle,
      • Natursteine und Pflastersteine" (...)

      (...) "Zum Nachweis ist auf Verlangen spätestens vor Zuschlagserteilung vorzulegen, entweder a) eine bzw. mehrere unabhängige Zertifizierung/en mit Bestätigung der Einhaltung der Mindeststandards der o. g. ILO-Konventionen (z. B. ein Fair-Handels-Siegel) oder b) entsprechende Verhaltensregeln und/oder Beschreibungen über eingeleitete Maßnahmen zur Einhaltung der ILO-Konventionen des Unternehmens und/oder des Lieferanten bzw. Herstellers." (...)

      Dem Kompass Nachhaltigkeit liegen keine Informationen vor, welche Produkte in welchem Volumen bereits nach diesen Bedingungen beschafft und ob unabhängig geprüfte Zertifikate vorgelegt wurden.

      Einwohnerzahl Ludwigsburg gerundet: 93.000
      Ansprechpartner für Rückfragen:
      Patrick Scholz
      E-Mail: p.scholz(at)ludwigsburg.de
      Telefon: 07141 910-3616

    • Stuttgart

      Die Landeshauptstadt Stuttgart setzt sich gemeinsam mit dem Netzwerk Stein, der Steinmetzinnung Stuttgart, an Stuttgarter Friedhöfen tätigen Gewerken sowie der Evangelischen und Katholischen Kirche in Stuttgart für den Handel von Natursteinen aus fairer Arbeit ein und ächtet Produkte aus ausbeuterischer Arbeit. Auch der Verband der kontrollierten Bestattungsunternehmer in Stuttgart unterstützt dieses Ziel.

      Zum Thema "Besser fair - Natursteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit" wurde von der Stadt Stuttgart ein Flyer herausgegeben.

      Flyer "Besser Fair"

      Einwohnerzahl Stuttgart gerundet: 624.000
      Ansprechpartner für Rückfragen zu Stuttgart:
      Michael App
      michael.app(at)stuttgart.de
      Telefon: 0711-216 91254

    • Tübingen

      Tübingen verlangt die Einhaltung aller ILO-Kernarbeitsnormen bei Auftragsausführung. Details dazu finden Sie unter Rahmenbedingungen.

      Dem Kompass Nachhaltigkeit liegen keine Informationen vor, welche Produkte in welchem Volumen bereits nach diesen Bedingungen beschafft und ob unabhängig geprüfte Zertifikate vorgelegt wurden.

      Einwohnerzahl Tübingen gerundet: 85.000
      Ansprechpartner für Rückfragen zu Tübingen:
      Bitte sehen Sie von Rückfragen an die Stadt Tübingen ab und wenden Sie sich bei Fragen an uns.

Wer kennt sich mit diesem Produkt besonders gut aus?

Contact ProfileDr. Walter Schmidt, Xertifix e.V.
Expert for: Natursteine
Phone 0049 511 13221 530
Email schmidt@xertifix.de
Contact ProfileJames Herrmann, Fair Stone e.V.
Expert for: Natursteine
Phone 0049 7021 7269893
Email james@fairstone.org
Contact ProfileReiner Krug, Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.
Expert for: Naturstein
Phone 0049 931 12061
Email info@natursteinverband.de
Firma
Ansprechpartner
Gütezeichen für dieses Produkt
Marcel Badertscher
Telefon: 0041 71 688 4754, Email: marcel@badertscher-ag.ch
Florian Geyer
Telefon: 0049 30 2593889 20, Email: fgeyer@besco-gmbh.de
Serkan Gül
Telefon: 0049 2452 963 511, Email: sguel@fliesenmax.de
Thomas Houdek
Telefon: 0049 4523 20 24 82, Email: Houdek@mkb-natursteine.de
Markus Richter
Telefon: 0049 211 293231, Email: info@steinmanufaktur-richter.de
Lothar Emser
Telefon: 00 49 7553 8277 390, Email: emser@natursteinpark-salem.de
Timo Lindner
Telefon: 0049 5971 96166 0, Email: tl@ngr.eu
Jan Scheunemann
Telefon: 0049 40 419292 0, Email: Jan.scheunemann@nhi-naturstein.de
Marco Weinberg
Telefon: 0049 40 780 9090, Email: marco.weinberg@nord-stein.de
Sven Wohnus
Telefon: 0049 741 34 85 911, Email: sven.wohnus@schanz-natursteine.de
Ralf Witzigmann
Telefon: 0049 621 126300, Email: witzigmann@witzigmann.biz

Wie integriere ich Nachhaltigkeit in meinen Beschaffungsprozess?

Nachhaltige Beschaffung kann Ihnen helfen, Ihren Einkauf kostensparend, lösungsorientiert und energie- sowie ressourceneffizient zu gestalten.

Wie funktionieren Nachhaltigkeitsstandards?

Nachhaltigkeitsstandards legen soziale und ökologische Praktiken fest, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen.